Meine Lieblingsradiosendung war „Musik für junge Leute“. Ich habe dort so vieles entdeckt, was ich heute noch höre.
Wenn ich von der Schule kam, habe ich die Sendung gehört. Seit 1965 gab es Sendungen am frühen Nachmittag unter dem Titel „Nach der Schule – Musik für junge Leute.“ Anfang der Achtziger klang der Titel „Musik für junge Leute“ wie der typische deutsche Anachronismus, mit dessen Ästhetik die Musiker und Musikerinnen gerne spielten. Zwanzig Jahre später hatte es genau den passenden Klang. Es ging natürlich nicht um deutsche Musik, sondern um die damaligen Formen von Wave, Punk, Indie und Pop, alles in einer Mischung, wie es sich für ein gutes Programm gehört. BBC hatten wir nicht, wir hatten NDR, und Paul Baskerville war mein John Peel.
Ich denke heute noch oft an die Sendung und die Songs zurück, und an die Momente, in denen ich die Sendung hörte. Lange schon habe ich den Wunsch, mir das wieder anzuhören, wenn es ginge. Es geht, auf Umwegen, in etwa.
Denn das ist mir verloren gegangen, dass Musik und Zeit und Erlebnis eine Einheit bildeten. Wenn Musik permanent verfügbar ist, höre ich ganz anders. Erinnerungen sind auch eher punktuell, die Sendung, der Zeitpunkt und die Serie machen viel aus.
Ich werde ab morgen jeden Freitag alle Titel einer Sendung aus der oben verlinkten Liste auf Spotify nachbauen. Nicht verfügbare Titel muss ich mir irgendwie besorgen, wenn es geht, die laufen dann lokal.
Jeden Freitag gibt es jetzt also eine Sendnung nachgebaut. Vielleicht entdecke ich ja wieder etwas.
Aus „Rockin‘ on sunshine“ stammte einer der Jingles.
