Schreibimpuls: freier Wille

Wir treffen täglich hunderte Entscheidungen und rühmen uns unserer Rationalität – aber die meisten davon fallen, bevor wir überhaupt merken, dass es Entscheidungen waren. Was bedeutet das für unsere Vorstellung von freiem Willen?

Claudes Schreibimpuls

Das geht auf Libets Experimente zurück (Reiz – Reaktion – Bewusstsein). Diese zeigen nicht, dass wir keinen freien Willen haben, sondern dass der klassische Begriff von „Wille als Anfang einer Handlung“ so nicht mehr ausreicht. Gründe sind gewissermassen Rechtfertigungen, aber Einfluss auf unsere Handlungen haben wir weiterhin.

Libets Experimente stammen aus den 80ern. Sie stehen auf wackeligen Füßen.

Unsere Freiheit liegt in der Einflussnahme, wir können innehalten und umlenken. Entscheidungen beginnen als Tendenz, als Ahnung. Deshalb ist die Selbstwahrnehmung wichtig. Deshalb werden Fragen zur Selbstwahrnehmung immer wichtiger, damit wir erkennen, was wir eigentlich tun und Einfluss nehmen können.

Nach heutiger Vorstellung sind wir ein reflexives Interaktionssystem. Das kommt der Wahrheit näher.

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