Gemischte Gefühle

Viel Unschönes ist am Wochenende passiert. Immer wieder die Frage: Was hat es mit mir zu tun, welche Konsequenzen ziehe ich daraus und wie reagiere ich darauf. Ich merke, wie außergewöhnlich emotional ich mich fühle (kann man emotional fühlen?!), denke aber dass diese Emotionaliät eigentlich die normale Reaktion ist und ein zu starkes Distanzieren nicht normal. Fühlen und Verhalten, immer wieder geht es um dieses Verhältnis.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir generelle Gedanken machen soll über das Verhalten (junger) Männer und was das für die Situation der Frauen bedeutet, wie sehr es sie einschränkt und ihr Leben bestimmt. Habe ich längst, aber ich weiß nicht, ob gemeinsame Worte und Aussagen sinnvoll sind.

Was ist das Gemeinsame dieser völlig unterschiedlichen Situationen? Grenzen und das unreflektierte Ausnutzen von Möglichkeiten. Männer tun das mit schlimmeren Folgen, für sich selbst, für andere.

Ich habe mich selbst immer so gesehen, dass ich ein schüchterner, ängstlicher Mensch war, der zu viel nachdenkt. Andere haben mich als das genaue Gegenteil eingeschätzt. Das lässt mich extrem erscheinen. Was ich immer als Makel und Last angesehen habe, finde ich jetzt ziemlich gut. Ich sehe die positiven Seiten darin.

And I got a job to do.

Termin beim HNO-Arzt, weil ich den Tinnitus, Schwindel und Kopfschmerz wegbekommen will.

Arbeit, ich habe was zu erledigen. Ich bin in den Betriebsrat gewählt worden, ich habe neue Verantwortung und muss mich in Arbeitsrecht und alles Weitere einarbeiten.

Unsere Mülltonne wurde geklaut, wir brauchen eine neue.

Ich habe Ballettunterricht abends.

So wird mein Tag aussehen. Ich habe mir vorgenommen, nach vorne zu sehen, und zwar genau 24 Stunden, denn mehr bekomme ich nicht hin. Keine großen Zukunftsvisionen, ich bin kein Fimenchef und auch nicht der Wirtschaftsminister. Ich will nach vorne sehen, ich habe Menschen um mich herum, um die ich mich kümmern muss und um mich selbst.

Langfristig: Ich muss neue Lieder lernen und mich bei zwei Freunden melden. Ich habe mir ein Skizzenbuch gekauft, damit ich meinen inneren Schweinehund überwinde und wieder zeichne.

Ich bin Tagebuchschreiber und so sehen meine Tage nunmal aus.

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