Die Alben 2023

Was Musik angeht, sind Alben ja eine tra­dier­te Form, die sich wahr­schein­lich genau so hält, wie der 3‑Minuten Song. Ich schrei­be das des­halb so umständ­lich, weil Alben wei­ter­hin exis­tie­ren, obwohl es tech­nisch mög­lich wäre, sie auf­zu­lö­sen. Selbst die tech­ni­schen Bedin­gun­gen der Schall­plat­te und CD lässt ver­schie­de­ne For­men zu. Die Gesamt­zeit und Men­ge der Songs ist varia­bel, aber man hat so ein tra­di­tio­nel­les Gefühl. Man man will ein Album von 45 Minu­ten Län­ge mit etwa zwölf Songs, man will ein Ein­ein­halb-Stun­den-Kon­zert, man will kei­nen One-Hit-Won­der.

Es gibt sie also noch, die Album-des-Jah­res-Lis­ten.

Ich muss dazu sagen, dass die meis­te Musik, die ich gehört habe, bedingt war durch mein Tan­zen, mei­ne Tanz­auf­füh­rung, mei­ne klei­ne Band, und unser klei­nes Kon­zert. Das aber ist nur bedingt der Rede wert.

Die­ses sind die Alben, die in die­sem Jahr erschie­nen sind, und die ich

  • viel gehört habe,
  • ger­ne gehört habe
  • oder mit (kind­li­chem) Erstau­nen gehört habe

Christine and the Queens – Paranoia, Angels, True Love

Ich habe das Album sel­ten ganz durch gehört. Viel zu groß, viel zu voll. Die ein­zel­nen Songs lie­ßen mich atem­los und trä­nen­reich zurück. Nur klei­ne, ganz zar­te Trä­nen. Kaum aus­zu­hal­ten in sei­ner stil­len Grö­ße.

Lana del Rey – Did You Know That There’s a Tunnel Under Ocean Blvd

Sou­ve­rän und gut. Wie jedes Album von ihr.

RAYE – My 21st Century Symphony (Live at the Royal Albert Hall)

Haha­ha, sym­pho­ni­scher Ope­ner, Raye kommt auf die Büh­ne und kreischt ins Mikro­phon und singt anschlie­ßend die Hal­le zu einem empa­thi­sches Meer zusam­men. Nicht Epos, son­dern Empa­thie. Män­ner haben zwei dicke Eier, Frau­en unend­lich vie­le.

Prince – Live At Glam Slam

Ich hat­te ja schon mal drauf hin­ge­wie­sen, dass ich einen bestimm­ten Zeit­raum in Prin­ce-Alben-Jah­re kate­go­ri­sie­re, weil Prin­ce jedes Jahr ein Album unter sei­nem Namen raus­ge­bracht hat. 2023 war das 1991er Album Dia­monds and Pearls dran.

Tourist – EST

Tou­rist ist mein liebs­ter Dance-Track-Pro­du­cer. Ist mir irgend­wann auf­ge­fal­len, weil er immer in mei­nen Play­lists lan­de­te.

Damit kommt man natür­lich in einen Bereich, der nicht für Alben geeig­net ist, son­dern auf 12inch ver­öf­fent­lich wird oder wur­de.

Ich erwäh­ne das hier, weil ich schon lan­ge Logic1000 Per­fu­me zu mei­ne liebs­ten Dance Tracks zäh­le, weil es (Deep)House mit 80’s‑R’n’B-Vocals ver­bin­det.

Nächs­tes Jahr bringt Logic1000 ihr Album raus. Ich bin gespannt.

Schlen­ker.

Sinéad O’Con­nor ist am 26. Juli 2023 gestor­ben. Sie wur­de bereits mit ihrem Debut-Album bekannt. Noch bekann­ter wur­de sie durch die Cover-Ver­si­on von Not­hing Com­pa­res 2 U, das sich vom Ori­gi­nal-Text dadurch unter­schei­det, dass sie fif­teen days singt, nicht thir­teen days.

Not­hing com­pa­res to you ist ein beson­de­res Stück für mich, weil ich das Album von The Fami­ly für eines der bes­ten Prin­ce-Pro­jek­te hal­te. Die gesam­te Band, St. Paul Peter­son und die Songs mit Prin­ce im Hin­ter­grund sind das schöns­te und fun­kigs­te, das ich aus den 80ern mit­ge­nom­men habe.

St. Paul Peter­son ist so cool und fun­ky:

Any­way, wo war ich ste­hen geblie­ben? Sofia Kour­te­sis, nett. Dj Koze und Rói­sín Mur­phy, nett.

boygenius – the record

Toll. Sehr ger­ne gehört.

OMD – Bauhaus Staircase

Ich gehe mit mei­ner Schwes­ter ins Kon­zert. Ich lie­be OMD. Elek­tro-Schla­ger.

Nation of Language – Strange Discipline

Bei „will wie 80er klin­gen“ bin ich nicht ganz so zynisch. Auch Edwin Rosen und Bet­terov gehen bei mir ganz unzy­nisch durch. Naja, fast.

Aber Nati­on of Lan­guage sind wirk­lich gut.

Nothing But Thieves – Dead Club City

Der Deal mit mei­ner Schwes­ter ist: Ich gehe mit ihr zu OMD und sie mit mir eine Woche spä­ter zu Not­hing But Thie­ves.

Con­nor Mason … Not­hing But Thie­ves Conor Mason’s Best Vocals – You­Tube … alter …

Ein­mal gehört, nie ver­ges­sen, uner­reicht: Con­nor Masons Stim­me.

Peter Gabriel – i/o

Pf …, mir doch egal, ob das alt­ba­cken klingt, Super­al­bum.

POSTDATA – Run Wild

Das bes­te Album des Jah­res. Inter­es­siert doch eh nie­man­den. Möge der ewi­ge Gold­re­gen auf die­se Band her­nie­der pras­seln und sie in ewi­gen Reich­tum hül­len.

(Ich habe den spon­tan geschrie­be­nen Text etwas edi­tiert und geglät­tet.)

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