Dance Hits

Dass Mil­lie Vanil­li nicht selbst gesun­gen haben, war kein Skan­dal, son­dern allen egal. Die Medi­en haben da einen Skan­dal draus gemacht.

Jedem war damals voll­kom­men klar, dass das ein Kunst­pro­jekt ist, was ja schon der Name andeu­ten lässt, der klingt als han­de­le es sich um eine Eis­sor­te.

Es war jedem klar, dass die Leu­te, die man auf die Büh­ne stell­te, bloß Figu­ren waren, weil hin­ten ein Pro­jekt zugan­ge war. Bei Rich in Para­di­se nann­ten sie sich ja auch gleich „F. P. I. Pro­ject“. Bei Snap!s The Power wuss­te man von Anfang an, dass es sich um ein Frank­fur­ter Pro­du­zen­ten-Duo han­del­te. Das war kei­ne Täu­schung, son­dern ein Zei­chen für Mar­ken­qua­li­tät im Dance-Track-Bereich. Stock Ait­ken Water­man waren ein Aus­hän­ge­schild, kein Betrugs-Trio. Man kann­te die Namen von Pro­du­zen­ten und Remix-Bast­lern: Shep Pet­ti­bo­ne, Jim­my Jam und Ter­ry Lewis, Gior­gio Moro­der, und Frank Fari­an selbst­ver­ständ­lich, Siegel/Nicole … des­halb gab es ja beim Song-Con­test die Auf­la­ge, live zu spie­len: damit man bewei­sen konn­te, dass man es auch wirk­lich konn­te und selbst war.

Man wuss­te, dass hin­ter Dshin­gis Kahn Siegel/Meinunger ste­hen. Was ich damals nicht wuss­te, ist dass Les­lie Man­do­ki ein begna­de­ter Schlag­zeu­ger und Pro­du­zent ist. Es war einem voll­kom­men egal, ob Y.M.C.A. ihre Songs selbst san­gen. Ich weiß bis heu­te nicht, wer da eigent­lich gesun­gen hat. Man war Play­back gewohnt.

Kunst­fi­gu­ren, waren nichts Neu­es, Dance Tracks waren nie für Live-Ansprü­che gedacht.

Die Medi­en haben da eine Skan­dal draus gemacht, und die bei­den taten einem schon damals Leid, weil sie vor­ge­führt wur­den.

Mor­gen kommt über die Geschich­te ein Bio­pic raus.

Bild: leonardo.ai

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert