Hochschulsport

Ich wäre nicht auf die Idee gekom­men, Tan­zen im Rah­men des Hoch­schul­sports zu ler­nen. Ich woll­te Sean Nós ler­nen, eine alte Form des Irish Dance, such­te nach Unter­richts­mög­lich­kei­ten in mei­ner Umge­bung und fand eine Irish Dance-Face­book-Sei­te, bei der ich nach­frag­te (aus dem Grund bin ich bei Face­book, dort fin­det die Kom­mu­ni­ka­ti­on und Infor­ma­ti­on statt).

Der Ansturm am Anmel­de­tag war groß und obwohl ich exakt auf die Sekun­de den Kurs buch­te, waren schon elf vor mir. Ich frag­te mich, wie das mög­lich sein, man merkt, dass ich nie For­mel 1‑Rennen gucke. Nach zwei Sekun­den war der Kurs mit drei­ßig Plät­zen aus­ge­bucht und die War­te­lis­te dop­pelt so lang. Ich hat­te ein schlech­tes Gewis­sen, weil ich ja kein armer Stu­dent bin und denen die Plät­ze weg­neh­me. Ich teil­te der Kurs­lei­te­rin mei­ne Beden­ken mit (die zufäl­lig auch mit mir Bal­lett lernt). Sie sag­te, ich sol­le mir kei­ne Gedan­ken machen und sie freue sich, dass ich drin sei.

Hoch­schul­sport … ich könn­te mich in kaum einem ande­ren Rah­men frem­der füh­len als dort. Zum Glück bin ich nicht all­zu groß und kann mich unauf­fäl­lig im Hin­ter­grund hal­ten, aber mein Geschlecht und mein Alter kann ich natür­lich nicht ver­heim­li­chen, aber das soll mir ja egal sein, sagt man mir immer, ich sei ja schließ­lich nicht alt.

Irish Dance hat mich gepackt, mehr als das. Mit Sean Nos hat das jetzt erst mal wenig zu tun, aber Soft Shoe Irish Dance ist mir durch das Bal­lett ansatz­wei­se ver­traut. Tat­säch­lich gibt es da eine Ver­bin­dung und die fin­de ich über den Rhyth­mus, aber dazu kom­me ich noch.

Was für mich völ­lig neu ist, sind die Bewe­gun­gen beim Hard Shoe. Ich habe letz­tens beim Musik machen zum ers­ten Mal den Unter­schied zwi­schen 3/4 und 6/8 gelernt, mich also beleh­ren las­sen, dass es über­haupt einen Unter­schied gibt. Rech­ne­risch ist es das­sel­be, aber über die Beto­nung und das Tem­po fängt die Unter­schei­dung an.

Auf die­ser Sei­te (1) wer­den die drei gän­gi­gen Rhyth­mus-Typen des Irish Dance erklärt (die Dis­kus­si­on dort ist groß­ar­tig):

Reels

This is the most com­mon type of dance tune play­ed in Irish tra­di­tio­nal music, ori­gi­nal­ly hea­vi­ly influen­ced by simi­lar dances in Scot­land. Usual­ly it con­sists of two or more parts which are play­ed twice. Each part up of eight seg­ments known as bars, and the time signa­tu­re is 4/4. This means that the­re are four beats to every bar (each beat is coun­ted in even mea­su­re as 1–2‑3–4 I 1–2‑3–4).

Jigs

The jig (or dou­ble jig) is ano­ther com­mon type of dance of Eng­lish ori­gin. Like the reel, the tune usual­ly con­sists of two parts made of eight bars, but the time signa­tu­re is 6/8. This means that the­re are six beats to every bar (each beat is coun­ted in groups of three as 123–456 I 123–456).

Horn­pipes

Horn­pipes are dance tunes that appear to have ori­gi­na­ted in the mari­ti­me tra­di­ti­on. The most com­mon type of horn­pipe is simi­lar to the reel in terms of time signa­tu­re (4/4), but ins­tead of coun­ting four even beats per bar the­re is an empha­sis on the first and third beats, which give the tune a kind of ’swing‘ or ‚boun­ce‘ feel ( each beat is coun­ted as 1–2‑3–4 I 1–2‑3–4*).

Quel­le: Try­ing to explain the dif­fe­rence bet­ween a jig, reel and horn­pipe.

Der Unter­schied zwi­schen einem Jig und einem Reel wird hier anschau­lich erklärt.

Rein rech­ne­risch ist ein 3/4 und ein 6/8‑Takt das­sel­be, aber eben nicht musi­ka­lisch. Musik ist eine uni­ver­sel­le Spra­che, die immer anders klingt.


1: Die Sei­te ist toll, sieht offen­sicht­lich schon etwas älter aus, ist aber aktu­ell und fre­quen­tiert und schnurrt wie eine Kat­ze. Wer ist der Betrei­ber der Sei­te? Nie­mand ande­res als HTML- und CSS-Iko­ne Jere­my Keith, von dem ich weiß, dass er Ban­jo spielt.

Apro­pos spielt auch Ste­ve Mar­tin Ban­jo und zwar pro­fes­sio­nell. Zwi­schen Blue­grass und Irish Dance gibt es eine direk­te Ver­bin­dung. Das Appa­la­chi­an Flat­foo­ting und der iri­sche Sean Nos haben einen gemein­sa­men Ursprung, der iri­sche Per­cus­sive Dance ist der Ursprung, der über die See­leu­te nach Ame­ri­ka kam.

Der Ursprung des iri­schen Per­cus­sive Dance ist das Clog­ging aus Wales. Hier sieht man den Unter­schied. Und hier sieht man den Unter­schied zwi­schen Irish Dance und Sean Nós.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert