Faszinierende Wölfe

Ich woll­te das Buch Die Weis­heit der Wöl­fe lesen, kam aber über das drit­te Kapi­tel nicht hin­aus. Ich glau­be, es war das Drit­te. Die Autorin Elli H. Radin­ger kennt sich mit Wöl­fen aus, sie beob­ach­tet sie seit Mit­te der Neun­zi­ger. Ihre Fas­zi­na­ti­on und Iden­ti­fi­zie­rung ist aller­dings so groß, dass kei­ne Gren­ze mehr zwi­schen Wolf und Mensch gezo­gen wird. Im Kapi­tel über Wöl­fe und Frau­en wuss­te ich nicht, ob das jetzt femi­nis­ti­sche Lite­ra­tur, ein Wolf­spor­no oder ein roman­ti­scher Lie­bes­ro­man wer­den soll, ihr schwebt wohl ein neu­es Fami­li­en- und Gesell­schafts­ide­al vor. Wirk­lich absurd wur­de es in dem Kapi­tel über die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Wöl­fe. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Men­schen fin­det sie arm­se­lig und weist dar­auf hin, dass Wöl­fe kom­mu­ni­zie­ren und zwar ohne Tech­nik(!). Und ich dach­te immer, Wöl­fe heu­len, weil das WLAN aus­ge­fal­len ist. Die Kör­per­spra­che des Men­schen und vor allem die Ver­stän­di­gung auf die­se Wei­se ist sicher aus­bau­fä­hig, aber das braucht eine etwas nähe­re, men­schen­ge­rech­te Betrach­tung, die Beob­ach­tung von Wöl­fen reicht da mit­nich­ten. Das ist ja absurd. An der Stel­le bin ich dann aus­ge­stie­gen.

Ich fin­de all ihre Ideen, ihr Wis­sen und ihre Vor­stel­lun­gen inter­es­sant, aber das muss etwas reflek­tier­ter und sach­ge­rech­ter gedacht und for­mu­liert wer­den. Sie muss die Gren­ze kla­rer zie­hen zwi­schen sich und der Sache.

Es ist scha­de, denn das The­ma fin­de ich hoch­in­ter­es­sant, aber im Moment fin­det man stel­len­wei­se ein Natu­ra­lis­mus als Ersatz­re­li­gi­on, der den Men­schen wohl irgend­wie Halt gibt.

Viel­leicht fin­de ich ja mal ein ordent­li­ches Sach­buch zum The­ma. Und par­al­lel dazu ger­ne eines über die Kul­tur­ge­schich­te.

Litt­le girls, this seems to say
Never stop upon your way
Never trust a stran­ger fri­end
No-one knows how it will end
As you’­re pret­ty, so be wise
Wol­ves may lurk in every gui­se
Now as then, ’tis simp­le truth
Swee­test ton­gue has shar­pest tooth

The Com­pa­ny of Wol­ves

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