Khawla Alrehaili auf Unsplash

Mitten im Leben

Nachdem ich mir ein paar Videos der re:publica angesehen habe, musste ich an meinen Post vom Januar denken. Die re:publica ist nur eingeschränkt persönlicher Austausch, nur, was publikumstauglich ist. Sie ist ein Austausch von in größerem Maßstab Aktiven. Wir sind ja keine digitale Gesellschaft, sondern eine Gesellschaft, die digitale Medien nutzt und gestaltet, was ursprünglich mal das Verbindende war. Jetzt ist das Digitale immanent und Gesellschaft sind wir alle, und repräsentativ ist das, was auf den Bühnen steht, nicht. Insofern weiß ich jetzt auch nicht mehr so richtig, was die re:publica heute eigentlich ist. NGO-Konferenz vielleicht. Man könnte ein bisschen mehr SXSW draus machen. Filme, Bands, DJs.

Ich wälze Probleme und ich liebe, das ist doch das, was alle machen in gewisser Weise. Das ist doch gar nichts Besonderes. Warum also immer wieder so ein extremes Schwanken zwischen Good-Feel-Performance oder Doom. Der Alltag ist ja deshalb nicht grau. Der Alltag ist alltägliches Nettsein. Und Liebe eben noch ein bisschen mehr. Ist halt kein Thema für einen Talk, da kann man noch so viele Herzchen dranmalen.

Hoffnung würde ich das gar nicht nennen, was ich habe, denn, ehrlich gesagt, das wäre schon zuviel, Zuversicht wäre das passende Wort. Zuversicht, die ich jeden Tag immer wieder auf’s Neue mit Menschen im Alltag erlebe.

Aber neben dem Gesellschaftlichen haben alle Menschen individuelle Geschichten, Situationen und Probleme, bereits einzeln ist man so viel mehr, das passt in keinen Talk und nicht zwischen Buchdeckel. Von hier aus in direktem, vertrauten Austausch kann man davon viel zeigen, erleben und teilen, aber ab einer gewissen Gruppengröße teilt man nur noch selektiv Persönliches.

Wo sieht man sich dabei selbst? Wo sehe ich mich in dem Ganzen? Ich stecke drin, aber ich bin nicht drin, nicht als der, der ich eigentlich bin.

Eine Gesellschaft besteht nicht aus Menschen alleine, sondern aus Menschen in ihrer Rolle als Personen.

2 Kommentare zu „Mitten im Leben"

  1. Ja, ey die Re:publica … ich hab die ja noch nie verstanden. Verstehe sie immer noch nicht. Ja, nein … entzieht sich mir.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert