Ironsworn

Mein xter Versuch, mich ins Solo-Rollenspiel einzuarbeiten. Jetzt habe ich mich eingedeckt mit Regelwerken und zusammen mit Claude meine tausend Fragen und ersten Schritte ausprobiert.

Ich brauche eine Vorstellung davon, wie sich das Spielesystem als Gerüst aus Zahlen und Werten über die Erzählung legt. Ich trenne das, weil ich das trennen will, weil Mechanik des Spiels nicht gleich Mechanik einer Erzählung ist. Es liegt als Ebene darüber und schimmert durch. Beim Kartenspiel mit Bildern und Werten muss ich auch definieren, welche Bedeutung „Herz König“ hat. Es bringt beim Skat nichts, zu sagen „Mein Herz König kann deine Pik Dame nicht leiden“. Man möchte sich beim Rollenspiel einerseits eine kindliche Freiheit erlauben, also wie Loriot beim Skat, und gleichzeitg soll das noch ein Spiel mit Regeln sein.

Nach etlichen Versuchen mit Obsidian, einem eigenen CMS von Claude und einem Notizbuch mit Ausdrucken, habe ich die Regelwerke in ein WordPress importiert, weil das meiner Lese- und Schreibgewohnheit am nächsten kommt.

Ich habe also praktisch das Regelwerk in ein Wiki überführen lassen und kann jetzt das Journal, also die Geschichte schreiben und parallel auf das Regelwerk zugreifen.

Ich habe erst angefangen, mich zusammen mit Claude ins kalte Wasser zu stürzen und alle Optionen über das Orakel zu erwürfeln, aber das schmeckte nach Partysalat und vieles war mit Käse überbacken.

Man würfelt ziemlich viel Schlechtes und wenn man Action haben will, humpelt man einbeinig durch die Gegend, desillusioniert und ohne Nahrung. Ich muss das also überlegter, ausgewogener und duchdachter angehen, Mechanik, Regeln und Erzählung müssen zusammenkommen und in einen Flow.

Ich bin noch bei der Charaktererstellung, aber schon am Schreiben. Und insgesamt fühlt sich das in einer WordPress-Umgebung ziemlich gut an und ich habe den Eindruck, jetzt endlich mal eine Grundlage zu haben, wie ich das Ganze abbilden kann, weil doch viel auf Schreiben und Lesen beruht. Ich bin nicht so der Freund von Schlagwörtern und Listen und dann irgendwie so drumrumerzählen, so lief das mit Claude, alles ein bisschen zu schnell, viel Gewürfel und zu hektisch und oberflächlich, das kommt mir vor wie Powerpoint-Karaoke.

Mit FATE war das genau anders herum, da war mir das zu viel Prosa und ich dachte: wann kommt jetzt endlich die Mechanik.

Ich glaube, dass Ironsworn sehr viel Potential hat und das werde ich jetzt nach und nach entdecken. So ein bisschen wie bei Jazz, ich glaube, es ist ergiebig.

4 Kommentare zu „Ironsworn"

  1. Ironsworn ist als Regelwerk zum Solorollenspielen wirklich sehr gut. Das ging ziemlich schnell ziemlich flüssig bei mir. Eine Hand voll Tipps vielleicht …

    * Listen mit NSCs, Orten, und „Fäden“ oder „Nebenhandlungen“ führen und bei Bedarf darauf als Zufalls-Tabelle würfeln. Führt schnell zu mehr Konsistenz als in „normalem“ Ironsworn.
    * Das Spiel ist echt sackhart. Damit einem die Handlung nicht einfach völlig wegeskaliert, bin ich irgendwann dazu übergegangen an bestimmten Punkte gar nicht erst zu würfeln, sondern einfach etwas zu entscheiden. Meist war das dann, wenn ich eine sehr gute Idee hatte, oder auf der Suche nache „Closure“ war.
    * Der Grundtonfall von Ironsworn ist sehr, sehr düster. Dass man ständig scheitert, macht es nicht heiterer. Ich hab das aktiv mit einigen bunten NSCs aufgeheitert, und mich für Geschichten und Projekte entschieden, die Dinge besser machen und voranbringen.

    1. Aaaah, vielen Dank für die Tipps, so ansatzweise ist mir das zwar schnell klar geworden, aber war mir nicht so ganz sicher, wie ich das konkret umsetzen soll.

      Das sind gute Tipps.

    1. Das klingt cool, vor allem, weil Ironsworn ja doch etwas karg ist und Landschaft und Figuren jetzt nicht sooo fantasievoll und vielfältig sind.

      (Ich habe Uncharted Journey mal auf das Buch verlinkt 🙂

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