Susanna Clarke – Piranesi

Die Idee finde ich eigentlich ganz nett, aber für mich trägt sie keine ganze Länge. Als Kurzgeschichte hätte das vermutlich gereicht. Die nüchterne Erzählstimme im Hauptteil ist sprachlich gut getroffen, aber das, was sie beschreibt, wirkt auf mich wie eine typische Strategie von Dissoziation. Gleichzeitig soll die Figur aber real in dieser Welt leben, und dann passt das Verhalten für mich nicht mehr ganz zusammen.

Die Erzählung lässt zu viele Fragen offen. Nicht im Sinne von Offenheit, sondern eher so, dass sie sich am Ende ein bisschen auflöst und versandet.

Wenn man eine starke Liebe zu Sprache und Details hat, kann man das sicher mögen. Für mich war da aber nicht viel mehr. Im Kern wirkt es eher wie Stoff für eine Novelle, und selbst da nur oberflächlich inspiriert von Piranesi. Ich fand einen kurzen Podcast vom NDR gewinnbringender.

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