So, jetzt habe ich mit der Tochter Twin Peaks geguckt. Weil sie es sehen wollte, aber nicht alleine.
Ist ja doch ziemlich lang. Ich habe sehr schnell aufgegeben, etwas zu verstehen und Bedeutungen zu suchen, also nicht miträtseln oder mitraten, das funktioniert sowieso nicht.
Die Kombination der Parallelhandlungen, die Sprünge und Wandlungen und die Vielfalt der Figuren ist außergewöhnlich und hat Maßstäbe gesetzt. Die Kulisse ist theaterhaft, Außenszenen zur Kennzeichnungen von Orten haben B-Movie-Qualität. Attraktivität als Verlockung setzt er kunstvoll ein wie in einem Märchen. Ihm gelingt es, das Spektrum von Liebe und Sexualität in einer außergewöhnlichen Breite zu zeigen.
Die Figuren und SchauspielerInnen sind so vielschichtig, wie das sonst nur bei Literatur der Fall ist. So viel Fingerspitzengefühl und Zeit für Beziehungen, Intentionen und Absichten kannte ich bis dahin von keiner Serie vor der Zeit.
Eine meditative Art der Darstellung, die aber nicht zu mehr Klarheit und Bewusstsein führt, sondern durch das Labyrinth des Geistes. Die Grenzen von Realität und Verrücktheit werden aufgehoben. Nur das Böse ist geradezu vertraut und beinahe eindimensional.
Twin Peaks ist die moderne Serie, aus der sich vieles ableitet.
