Das Lied der Krähen

Das Buch hat mir sehr gut gefal­len. Alle drei Punk­te voll­um­fäng­lich erfüllt. Kei­ne Bean­stan­dung bei mei­nem pri­va­ten Lese-TÜV. Gut ein­ge­bun­de­ne Roman­tik (es gibt zwei Paa­re), alles geschmei­dig ver­wo­ben, kom­plex und tief­ge­hend genug.

Heist meets Fan­ta­sy für Her­an­wach­sen­de. Ich wur­de gut und ange­nehm unter­hal­ten.

Es gibt einen zwei­ten Teil, ein­ge­bun­den ist das Gan­ze in eine grö­ße­re Welt. Die Net­flix-Serie mischt die Bücher.

Gedanken darüber hinaus

Mich haben zwei Din­ge beschäf­tigt: Der deut­sche Titel und das Lese­al­ter.

Das Ori­gi­nal heißt Six of Crows und sowohl pas­send als auch sprach­lich ele­gant gewählt. Ein per­fek­ter Titel. Wo holt der deut­sche Titel das Lied her? Was für ein Lied? Das haben sie doch einen Gene­ra­tor erzeu­gen las­sen.

Titel sind so ein Ding. Lek­to­rat und Mar­ke­ting müs­sen sich eini­gen.

Der Gesang der Fluss­kreb­se, Das Schwei­gen des Wals, Die Stil­le des Mee­res, Rache­schwer­ter, Kno­chen­samm­ler, Feen­lich­ter, Das Knis­tern des Haar­balgs … das kann man doch von einer Maschi­ne gene­rie­ren las­sen, weil man einem simp­len Mus­ter folgt. Klingt gut, bedeu­tet nichts.

Katz und Goldt sind Meis­ter dar­in, Buch­ti­tel so klin­gen zu las­sen als sei­en sie zufäl­lig ent­stan­den.

Der alte Mann und das Meer heißt so, weil es da um einen alten Mann und das Meer geht. Das ist ja gera­de das Beson­de­re dar­an, den Titel völ­lig frei von der meta­pho­ri­schen Bedeu­tung des Buches las­sen, genau so wie bei Moby Dick oder Der Wal oder Fran­ken­stein, das erzeugt den Kon­trast zwi­schen dem Natu­ra­lis­mus und der dar­über hin­aus­ge­hen­den Bedeu­tung. Der Name der Rose ist genau anders her­um.

Das führt zu mei­nem nächs­ten Gedan­ken. Krä­hen­ban­de hät­te per­fekt gepasst. Aber, das passt nicht ins Fan­ta­sy-Sche­ma und klingt zu sehr nach Jugend­buch. Man will ja von 8–88 ver­kau­fen.

Mein nächs­ter Gedan­ke ist der über Jugend­bü­cher oder das Ver­schwin­den der Jugend­bü­cher oder der Gren­zen zwi­schen Jugend­buch und Bücher für Erwach­se­ne. Fan­ta­sy ist grenz­über­schrei­tend, was ich erst ein­mal inter­es­sant fin­de und so ste­hen las­se.

Fanat­sy über­schrei­tet klas­si­sche Gren­zen. Das gefällt mir. Ich weiß vor­her nie genau, womit ich es zu tun habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert