Zusammen alleine kochen

Die Toch­ter kann super allei­ne kochen. Es sieht hin­ter­her dann natür­lich etwas unauf­ge­räumt aus, aber das Essen schmeckt und ist gelun­gen. Sie hat schon vor lan­ger Zeit ange­fan­gen, für sich das zu kochen, was sie ger­ne isst. Die Rezep­te sind meist aus Tik­Tok. Das geht, man muss halt ab und zu nach­re­cher­chie­ren.

Lie­ber noch aber, kocht sie mit mir zusam­men.

Ges­tern woll­te sie Lasa­gne kochen. Ich habe mir zur Mit­tags­zeit eine Piz­za rein­ge­scho­ben, weil sie da gera­de auf­ge­stan­den war. Mit Wecker, also früh für ihre Ver­hält­nis­se.

Nach dem Home-Office muss ich raus, weil mir die Decke auf den Kopf fällt.

Das Tele­fon klin­gelt.

Papa, hast Du Lust mit mir Lasa­gne zu kochen?
Ich will raus, in die Son­ne.

Ja, O.K., ich koche mit dir Lasa­gne.
Neee, geh mal raus in die Son­ne.
Neee, ich koche mit dir Lasa­gne.
Neee, geh mal raus in die Son­ne.
Neee, ich koche mit dir Lasa­gne.
Neee, geh mal raus in die Son­ne.
O.K., ich gehe in die Son­ne.

Ich fah­re in die Stadt, gebe ein Buch in der Stadt­bü­che­rei ab, kau­fe eine Geburts­tags­kar­te und ‑Ker­ze für die Frau, Kaf­fee, über­le­ge kurz, ein Spiel für den Urlaub zu kau­fen, las­se es aber, weil das bloß ein Impuls­kauf wäre und wir genug Spie­le zum Mit­neh­men haben.

Als ich nach Hau­se kom­me, steht kei­ne Lasa­gne in der Küche. Um 20:30 Uhr lie­ge ich auf mei­nem Bett und fan­ge an, mein Buch zu lesen.

Das Tele­fon klin­gelt.

Papa, ist dir lang­wei­lig?
Ich lie­ge im Bett und lese mein Buch.
Du hast nicht zufäl­lig Lust, Lasa­gne zu kochen?!
Jetzt? Nee … O.K., ich kom­mer run­ter und koche mit dir Lasa­gne.

Ich gehe run­ter, sie stellt fest, dass noch Din­ge feh­len. In einer Vier­tel­stun­de macht der Super­markt zu. Die Frau schlägt vor, Chi­cken Kor­ma mit der Fer­tig­würz­mi­schung zu kochen. Das gin­ge schnel­ler. Reis sei noch genug da.

Geh schnell in den Super­markt und hol Kokos­milch und Huhn, sage ich zur Toch­ter.

Die Toch­ter steht immer noch da im Wed­nes­day-Look, in ihrem neu­en Kleid, das gera­de mit der Post ange­kom­men war, der Rock kurz, der Aus­schnitt für mei­nen Geschmack zu tief.

Schnell, sage ich, ich kom­me mit. Ich ver­mu­te, dass es dann schnel­ler geht.

In drei­ßig Sekun­den sind wir bei­de umge­zo­gen, recht­zei­tig im Super­markt, kau­fen noch ein paar Sachen, die sie braucht (Sta­pel-Chips und Ener­gy­drink).

Zuhau­se kocht sie, ist mit dem Gesamt­ergeb­nis recht zufrie­den und hat end­lich was zu Essen.

Ich lie­ge auf dem Sofa und lese ein paar Sei­ten, dann fal­len mir die Augen zu. Um zehn schla­fe ich ein und wei­ter wie ein Stein.

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