Soziale Realität

Die­ser Punkt wird häu­fig miss­ver­stan­den, daher möch­te ich das noch ein­mal in aller Deut­lich­keit klar­stel­len: Ich behaup­te nicht, dass Emo­tio­nen illu­so­risch sind. Sie sind real, aber eben Teil der sozia­len Rea­li­tät wie Blu­men und Unkraut. Ich sage auch nicht, dass alles rela­tiv ist. Wenn dies wahr wäre, wür­den unse­re Zivi­li­sa­tio­nen zusam­men­bre­chen. Ich sage auch nicht, dass sich Emo­tio­nen «nur in Ihrem Kopf abspie­len». Die­ser Satz bana­li­siert die Macht der sozia­len Rea­li­tät. Geld, Anse­hen, Geset­ze, Regie­run­gen, Freund­schaft und all unse­re Über­zeu­gun­gen sind eben­so «nur» in unse­rem Kopf. Und trotz­dem leben und ster­ben Men­schen für sie. Sie sind real, weil die Men­schen dar­in über­ein­stim­men, dass sie das sind. Aber sie exis­tie­ren — wie auch unse­re Emo­tio­nen — nur in der Gegen­wart mensch­li­cher Betrach­ter.

Lisa Feld­man Bar­rett, Wie Gefüh­le ent­ste­hen

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