More ballet … wtf?!

Letz­te Woche hat­te ich einen Magen-Darm-Virus, der zum Glück schnell vor­über war. Ich habe zwei Tage wenig geges­sen und will gene­rell mal weni­ger essen.

Ich habe mir nach Jah­ren mal wie­der Huel bestellt. Das habe ich damals als Mahl­zeit vor dem Bal­lett­un­ter­richt zu mir genom­men. Ich fand das sehr prak­tisch. Klar, man kann sich auch Mahl­zei­ten zurecht­ma­chen, aber das ist mir zu auf­wän­dig und so rich­tig lecker fin­de ich es auch nicht. Ich mag halt Piz­za und Pas­ta und knusp­rig gebra­te­nes Zeug. Huel schmeckt aller­dings so schlecht nicht.

Ges­tern hat­te ich so rich­tig Lust, mal wie­der Ale zu trin­ken. Die Braue­rei hat Lie­fer­pro­ble­me, des­halb gibt es mein Lieb­lings-Ale nicht mehr. Drei klei­ne Fla­schen habe ich noch, die lie­gen schön gekühlt im Kühl­schrank. Für die nächs­te Gele­gen­heit, irgend­wann. Aber ich hat­te heu­te Tanz­work­shop, drei Stun­den Bal­lett und Con­tem­po­ra­ry. Da darf ich den Abend davor kei­nen Alko­hol trin­ken.

Es sind über drei­ßig Grad. Ich wür­de in der neu­en Hose ein­ge­hen. Ich zie­he eine haut­enge Short an, die ich nur ein­mal anhat­te, dar­un­ter ein Sus­pen­so­ri­um, dass als Slip ver­kauft wur­de, aber in Wahr­heit ein Tan­ga ist. Ich gewöh­ne mich lang­sam dar­an, kör­per­be­ton­te Klei­dung zu tra­gen. Ich muss sagen, dass das einen enor­men posi­ti­ven Effekt auf mein Tan­zen hat, weil kaschie­ren­de Klei­dung mich dazu ver­lei­tet, den Kör­per nicht ganz so voll ein­zu­set­zen. Ich tan­ze tech­nisch deut­lich bes­ser in knap­per, enger Klei­dung. Das fühlt sich bes­ser und ange­neh­mer an.

Der Work­shop wird zur Hälf­te von einem Berufs­tän­zer durch­ge­führt. Er war beim Staats­bal­lett Ber­lin. Wenn er los­legt und die Abfol­gen tanzt, dann ist der gesam­te Raum elek­tri­siert. Und nett ist er auch noch. Vie­le kön­nen nicht ver­ste­hen, wes­halb ich das attrak­tiv fin­de. Wer das nicht ver­steht, ver­steht mich nicht, oder einen sehr gro­ßen Teil mei­ner Per­sön­lich­keit. Mal davon abge­se­hen, ist das in ande­ren Kul­tur­krei­sen nicht so ein Rie­sen­ding, weil Ele­ganz und emo­tio­na­ler Aus­druck und Tanz ein­fach Teil der Kul­tur ist.

Sein Unter­richt ist sehr anspruchs­voll und, wie … sagt man so schön? … bal­lett­las­tig, aber dadurch auch ver­dammt schön. „Kei­ne Angst“, sagt mei­ne Leh­re­rin, „ich mache mor­gen auch Boden­sa­chen“. „Hof­fent­lich kein Part­ne­ring“, sage ich, „wir wür­den gemein­sam in unse­rem Schweiß baden.“ „Nein, kein Part­ne­ring“, sagt sie.. Es ist sti­ckig und heiß in dem Raum.

Ich habe kei­ne Ahnung, in wel­cher geis­ti­gen Umnach­tung ich bei­de Kur­se gebucht hat­te. Das mache ich sonst nie, weil mir das viel zu anstren­gend ist, aber ich mer­ke den Unter­richt mei­ner Leh­re­rin. Ich bin deut­lich fit­ter und tech­nisch bes­ser gewor­den. Nur im Modern Dance kacke ich völ­lig ab, weil ich mir das alles nicht so schnell mer­ken kann, vom ordent­li­chen Aus­füh­ren mal ganz abge­se­hen.

Zuhau­se kip­pe ich die Por­ti­on Huel hin­un­ter, wer­fe die Kla­mot­ten in die Wasch­ma­schi­ne und dusche eis­kalt.

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