Metalhead

Ich habe noch gar nicht über Metal­head geschrie­ben. Das hole ich jetzt nach, weil der Film außer­ge­wöhn­lich und außer­ge­wöhn­lich gut war.

Man kennt Musik­fil­me, die meist in einem Gen­re oder Umfeld spie­len. Metal­head spielt in einem bäu­er­li­chen Umfeld, die Musik ist per­sön­li­che Aus­drucks­form. Die­ser Kon­trast macht den Reiz aus, nicht nur ästhe­tisch, auch inhalt­lich.

Sie wie Punk Musik und Klei­dungs­stil benutzt hat, um sich abzu­gren­zen und Wut zu kana­li­sie­ren, über­nimmt hier Metal die­se Funk­ti­on für die Haupt­fi­gur, in ers­ter Linie als Trau­er­ver­ar­bei­tung. Ihr Bru­der war Metal-Fan. Anders als im Punk jedoch, steckt im Metal eine viel­schich­ti­ge­re Lei­den­schaft, eine umfang­rei­che­re Emo­ti­ons­land­schaft und viel­fäl­ti­ge Aus­druck­for­men. Behaup­te ich jetzt mal. Außer­dem ist Punk tot, das hät­te nicht funk­tio­niert.

Emo­tio­nen set­zen sich zusam­men aus kör­per­li­chem Erle­ben, kör­per­li­chen Zustän­den, Den­ken und Wahr­neh­mung. Kein Gen­re in kei­ner Kunst ist ein­fach nur ein­fach. So wie Metal. Außer­dem sind die Gren­zen flie­ßend. Das Inter­es­san­te am Metal bei Metal­head ist, dass er klas­sisch ist, roh. Er ver­sucht gar nicht, sich beliebt zu machen. Die Haupt­fi­gur zwingt kom­pro­miss­los ihre Gefüh­le und Sicht­wei­se auf, das ist sehr gut gemacht.

Metal­head ist es kein Musik­film in dem Sin­ne, son­dern ein Dra­ma. Ein sehr posi­ti­ves, schö­nes Musik­dra­ma.

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