Kein männliches Vorbild schlägt Frauen

War­um fin­den eini­ge Män­ner es in Ord­nung, ihre Part­ne­rin zu schla­gen?

Das lässt sich wohl kaum mit gesell­schaft­li­chen Ansprü­chen, Män­ner­bil­dern oder Vor­bil­dern erklä­ren. (Und natür­lich liegt da auch griff­be­reit der Begriff „toxisch“ in der Schub­la­de).

Es mag anek­do­tisch anmu­ten, aber wir sind mit der Regel auf­ge­wach­sen, dass man Frau­en nicht schlägt und haben gleich­zei­tig Bud Spen­cer-Fil­me geguckt und 2LiveCrew gehört und DOOM gezockt.

Sol­da­ten. Sol­da­ten lie­ben ihre Frau­en und zie­hen in Trä­nen auf­ge­löst in den Krieg.

Ich ken­nen kei­nen Mann, der sich blöd und blind an soge­nann­ten gesell­schaft­li­chen Vor­bil­dern ori­en­tiert. Und wel­che Vor­bil­der sol­len das gewe­sen sein? Bill Gates? Al Paci­no? Cary Grant? Bat­man? Alles ziem­lich net­te Typen, jeden­falls kei­ne dra­ma­ti­schen Böse­wich­te. Ich weiß nicht, wie sie ihren Haus­halt füh­ren und wer da was macht.

Ich mache die Küche mitt­ler­wei­le kom­plett selbst, weil ich weiß, dass dann alles sau­ber und ordent­lich ist. Eigent­lich müss­te ich man­che Auf­ga­ben mei­nen Töch­tern zutei­len. Ich bin zu bequem. Ich glau­be nicht, dass sie spä­ter in ihrer Bezie­hung der Mei­nung sind, Män­ner sei­en für die Sau­ber­keit der Küche ver­ant­wort­lich, weil ich Ihnen das vor­ge­lebt habe.

Nein, die Erklä­rung ist ver­mut­lich eine ganz ande­re. Kein Jun­ge ist so dumm und ein­fäl­tig, dass er Infor­ma­tio­nen aus sei­ner Umwelt wie ein Schwamm auf­saugt.

Viel­leicht lie­ge ich falsch, viel­leicht sind mei­ne Daten (per­sön­li­che Erfah­run­gen aus 56 Jah­ren Leben) zu alt und zu viel hat sich geän­dert (Mikro­plas­tik, Außen­tem­pe­ra­tur, Zucker­ge­halt in Nah­rungs­mit­teln). Viel­leicht bin ich ein­fach nicht mehr up-to-date.

Ich habe noch Klaus The­we­leits Män­ner­phan­ta­sien unge­le­sen lie­gen. Ich kann lei­der nicht so viel lesen, Hin­ter­her bin ich viel­leicht schlau­er? Aber ob es wirk­lich das Ver­hal­ten und Den­ken heu­ti­ger jun­ger Män­ner erklärt?! Doch wohl eher das unse­rer Väter. Ich ken­nen kei­nen Mann in mei­nem Alter, der nicht kri­tisch über sei­nen Vater denkt. Und das ist noch vor­sich­tig und harm­los for­mu­liert.

Ich glau­be, dass es viel­mehr der Umgang mit­ein­an­der ist, die Art, wie man sich uns gegen­über ver­hält und redet. An unse­ren Bezie­hun­gen ent­wi­ckeln wir uns, in einem dyna­mi­schen Pro­zess – Face to Face, unter vier Augen, direkt und unmit­tel­bar.

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