Nicht mehr wegzudenken

Com­pu­ter und Inter­net sind nicht mehr weg­zu­den­ken. Was dis­ku­tiert und aus­pro­biert wird, ist die Art und Wei­se, wie die Tech­no­lo­gie ein­ge­setzt wird.

Um so merk­wür­di­ger fin­de ich, dass trotz­dem noch dis­ku­tiert wird, ob über­haupt, in Berei­chen, in denen eigent­lich nicht mehr dar­über gere­det wer­den muss, son­dern ein­ge­setzt wer­den soll­te. Das wann, was und wie wird längst in Beruf und All­tag aus­pro­biert, aber aus­ge­rech­net in der Grund­schu­le nicht, in der man eigent­lich ler­nen dür­fen soll.

Vor vier­hun­dert Jah­ren hat man den Kin­dern die geis­ti­gen Fähig­kei­ten eines Stu­ben­kü­kens bei­gemes­sen, heu­te dür­fen sie Mathe­ma­tik bereits ab der ers­ten Klas­se anwen­den.

Com­pu­ter haben seit ‑zig Jah­ren die Orga­ni­sa­ti­on der Orga­ni­sa­ti­on von Arbeit ver­än­dert, und die Men­ge derer, die sie ein­set­zen, ist grö­ßer gewor­den und vie­le Men­schen kön­nen dar­an teil­ha­ben.

Wir sind an einem Punkt, an dem wir expe­ri­men­tie­ren dür­fen und jus­tie­ren müs­sen, bei dem wir nicht fra­gen soll­ten, ob.

Ich woll­te mich raus­hal­ten und habe an Dis­kus­sio­nen im Netz nie, mit Freun­den sel­ten teil­ge­nom­men. Ich bin müde von Grund­satz­dis­kus­sio­nen, an deren Ende ich immer den­ke: Wer ein Buch liest, klet­tert nicht auf Bäu­men.

Das Netz ergänzt und ver­än­dert. Wir sind dabei mit­ten in der Pha­se des Aus­pro­bie­rens und wer­den Feh­ler machen. Die Feh­ler gehö­ren zum Ler­nen. Das muss man nur so for­mu­lie­ren, dass alle es ver­ste­hen und ein gutes Gefühl dabei haben.

Ich lie­be Tech­ni­ken, ich lie­be ihre Ästhe­tik und ihre Mög­lich­kei­ten. Ich fin­de es befremd­lich, wenn jemand sagt, er kön­ne nicht zeich­nen, so wie ande­re es befremd­lich fin­den, wenn ich sage, ich kann nicht pro­gram­mie­ren. Bei­de sagen: Jeder kann.

Ich habe schon lan­ge mit dem Gedan­ken gespielt – und an ver­schie­den Stel­len auch schon ange­fan­gen – etwas zu dem The­ma auf­zu­schrei­ben, zu doku­men­tie­ren und mei­ne Mei­nung zu for­mu­lie­ren (die mir immer erst beim Schrei­ben rich­tig klar wird) und vor allem aus­zu­pro­bie­ren. Ich habe näm­lich gemerkt, dass ich vie­le Din­ge noch nie gemacht habe und ande­re auch nicht und uns (Men­schen, die älter als Kin­der sind) oft nur die Erfah­rung und Infor­ma­tio­nen feh­len. Zum Bei­spiel wie man ein Zeit­raf­fer­vi­deo aus Han­dy­bil­dern macht. Wäh­rend die einen bereits vie­le Erfah­run­gen gemacht und ihr Kön­nen erwei­tert haben, wis­sen die ande­ren gar nicht mehr, wor­um es eigent­lich geht. Ich habe 1985 mei­nen ers­ten Super-8-Film gedreht, spä­ter mit Video, die Kame­ras gehör­ten nicht mir. Jetzt haben vie­le die Kame­ra in der Hosen­ta­sche.

Ich wer­de oft von Freun­den gefragt, was die­se Blogs eigent­lich sind, und modu­lie­ren den Satz genau so, dass ihr bereits gefäll­tes Urteil zum Aus­druck kommt. Kei­ner hat je mein Blog gele­sen, jedem ver­su­che ich mit Wor­ten das Herz zu öff­nen für die Vor­zü­ge des Schrei­bens und Lesens von Tex­ten, die Men­schen geschrie­ben haben, die sonst nicht schrei­ben wür­den. Am liebs­ten wür­de ich jedoch sagen: Ein Blog ist eine Tech­no­lo­gie des Schrei­bens.

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