Über Dinge und Werke

Ich kau­fe mir Sachen dop­pelt. Ich habe MP3-Datei­en, die ich auch als CD habe, die ich bereits auf Cas­set­te hat­te, die ich mir bereits auf Plat­te gekauft hat­te, die ich einst im Radio oder Fern­se­hen gehört hat­te. Ich habe mir ges­tern „Das „Lied von Eis und Feu­er““ als epub-Datei auf mein Kind­le gela­den, auf dem sich breits das Hör­buch befin­det. Genau genom­men hät­te ich ger­ne ein lite­ra­ri­sches Werk in ver­schie­de­nen For­ma­ten gleich­zei­tig: auf Papier, als digi­ta­le Bibio­li­thek und vor­ge­le­sen. Jedes hat sei­ne eige­ne Qua­li­tät. Auf Papier aber bit­te nur, wenn das Cover von einem Illus­tra­tor oder einer Illus­tra­to­rin und einem Typo­graf oder einer Typo­gra­fin mit Lei­den­schaft gestal­tet wur­de. Und vor­ge­le­sen bit­te mit _einer_ Stim­me in einer Stimm­la­ge, vor allem soll­ten Män­ner nicht ver­su­chen wie Frau­en zu spre­chen oder ver­schie­de­ne Figu­ren. Für wört­li­che Rede reicht es, die Stim­me leicht anhe­ben. Ich habe mir bei Han­ser die neue Über­set­zung von „„Tom Sawy­er und Huck­le­ber­ry Finn““ gekauft. Für viel Geld. Das Papier wur­de nicht lan­ge genug getrock­net und die Bin­dung ist auch nicht so doll. Ich wür­de es ger­ne gegen eine Ver­si­on als soli­des Taschen­buch umtau­schen. Oder vor­ge­le­sen von Andre­as Fröh­lich. Wenn Din­ge ihre Qua­li­tät ver­lie­ren, muss man sich nicht wun­dern, wenn man ihnen nicht den zu erwar­ten­den Wert bei­misst. „„Oh, Sie haben aber schö­ne Blu­men. Lei­der sind alle ver­welkt.““
„„Wir ver­kau­fen ja auch kei­ne Blu­men, son­dern das sei­de­ne Band der Freund­schaft.“““
„„Das klingt aber schön, ist das von Ihnen?“““
„„Ja.“““
„„Dann ist ‚sei­di­ges Band der Freund­schaft‘ ja ihr geis­ti­ges Eigen­tum und sie könn­ten Lizen­zen auf ver­welk­te Schnitt­blu­men neh­men.“““
„„Gute Idee.“““
„„Nicht wahr?! Die las­se ich mir gleich mal paten­tie­ren.“““
„„Sie machen da einen Denk­feh­ler.“““
„„Das ist kein Denk­feh­ler, son­dern eine ast­rei­ne Wis­sens­lü­cke.“““
„„Ich mache jetzt Mit­tags­pau­se.“““
„„Ich woll­te aber doch Blu­men kau­fen.“““
„„Das geht lei­der nicht wäh­rend der Mit­tags­pau­se.“““
„„Dann kön­nen wir ja alter­na­tiv gemein­sam zu Mit­tag essen.““
„„Ger­ne.“““
„„Nach Ihnen.“

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