In diesem Jahr habe ich einen Lehrauftrag. Es geht um Ästhetik in der Grundschule, genauer geht es darum, Naturphänomene zu entdecken, nachzuvollziehen und diese Erfahrung mit den Ergebnissen der Wissenschaft zu verbinden. Eines der Phänomene ist die Blattverfärbung im Herbst. Wir sammelten Blätter, sortierten sie nach Farben und sahen, dass sie sich von Grün nach Gelb färben, manche auch noch nach Rot.
Warum sie das tun, kann man nachlesen, aber um diesen Prozess zu verstehen, muss man erst einmal die Farbveränderung genau beschreiben. Ziel ist es, von „Der Herbst malt die Blätter bunt“ zu „Der Baum zieht sein Chlorophyll aus den Blättern“ zu kommen. Wenn das Phänomen gut formuliert ist, können Kinder die Erklärung der Wissenschaft besser verstehen.
Die Blätter enthalten Farbstoffe: das grüne Chlorophyll und gelbe Carotinoide. Wenn es kalt wird, produziert die Planze keine Nährstoffe mehr und nimmt das Chlorophyll aus den Blättern in den Stamm und in die Wurzeln; so kann die Pflanze das Chlorophyll im nächsten Jahr wieder verwenden. In den Blättern bleibt der gelbe Farbstoff, deshalb sehen die Blätter gelb aus.
Manche Bäume bilden roten Farbstoff in den Blättern, vermutlich als Schutz vor Licht, wenn das Chlorophyll nicht mehr in den Blättern ist und auch zu Abschreckung von schädlichen Insekten.
In dem Seminar ging es auch darum auszuprobieren, wie man Animationen und Modelle herstellen kann.