GAGA

Ich habe im Mai einen GAGA-Work­shop besucht und ich habe sehr viel aus die­sen zwei Stun­den mit­ge­nom­men.

Der GAGA-Unter­richt geht eine Stun­de, wäh­rend der man sich stän­dig bewegt. Still ste­hen blei­ben ist nicht erlaubt, es gibt auch kei­ne Spie­gel. Im GAGA wird nicht beur­teilt oder ana­ly­siert. Die Musik ist voll­kom­men unter­schied­lich, jede Art von Musik ist prin­zi­pell geeig­net, eben­so kann jeder an einer GAGA-Stun­de teil­neh­men.

Im GAGA arbei­tet man mit einem beson­de­ren Voka­bu­lar und Bil­dern (Lena als zen­tra­ler Motor im Unter­bauch). Die fan­ta­sie­vol­le, beweg­te Bild­spra­che ist es, die mir ein Mit­tel an die Hand gege­ben hat, mit dem ich sehr gut wei­ter­ar­bei­ten kann. Man arbei­tet mit Span­nung und Ent­span­nung, gegen­sätz­li­chen Asso­zia­ti­ons­paa­ren, Humor. Andrea Mar­ti­ni hat ein sehr gutes Gespür und eine sehr gute, fan­ta­sie­vol­le, aus­drucks­star­ke Bild-Spra­che (elec­tri­ci­ty, fle­sh, motor). Es geht bei den Begrif­fen dar­um, die Fan­ta­sie anzu­re­gen, damit man einen Gefühl für den Kör­per bekommt (sen­sa­ti­on of the body). Denn das ist das Ziel von GAGA (make the body available) und ich ken­ne kei­ne Übungs­form, die so ernst­haft und inten­siv damit arbei­tet.

Die Idee, Bil­der und Asso­zia­tio­nen ent­spre­chend dem Kör­per­ge­fühl anzu­pas­sen und dar­über eine eige­ne Spra­che zu ent­wi­ckeln, ist eine der bes­ten Ideen, die man im zeit­ge­nös­si­chen Tanz haben kann. Bal­lett hat auch sei­ne eige­ne ganz beson­de­re Spra­che und für die unter­schied­li­chen Bewe­gun­gen Wort­bil­der kre­iert. Das ist eine der Auf­ga­ben von Tanz-Leh­rern und ‑Unter­richt.

Zwei Stun­den haben mir einen klei­nen Ein­blick gege­ben, aber auch genug Voka­bu­lar und Bil­der, um mir selbst eine kur­ze Ein­heit aus­zu­den­ken. Die­se kann ich jeden Tag genau so üben, wie ich sonst mei­ne Übun­gen zuhau­se gestal­te.