Das sind nicht nur negative Handschablonen, sondern bewusst geformte Zeichen.
Ich denke, wir können uns nur schemenhaft vorstellen, wie diese Menschen damals gelebt und gedacht haben.
Vor allem muss man sich von einer Vorstellung verabschieden, dass es Vor-Menschen gab, die sich, ähnlich wie Kinder, zu Erwachsenen entwickelt haben. Auch wenn die Ontogenese die Phylogenese nachvollzieht (Die embryonale Entwicklung spiegelt die Evolutionsgeschichte wider; nach Haeckel), so darf man das nicht zu wörtlich nehmen.
Kaum etwas ist so schwierig, wie sich vorzustellen, dass „Entwicklung“ keine Industrieproduktion ist, in der etwas hergestellt wird und erst an einem bestimmten Punkt zu einem sinnvollen Ganzen wird, sondern in jedem Moment ein vollausgereifter Zustand. Deshalb ist die Vorstellung eines bauenden Gottes auch so naheliegend, aber selbst als Atheist kommt man von solch einer Vorstellung kaum los, was ja im Begriff „Entwicklung“ deutlich zu erkennen ist, als müsste aus einem Kuddelmuddel erst noch etwas Sinnvolles oder Funktionales werden.
Der Mensch ist kein Produkt sondern ein hochdynamisches Interaktionssystem. Wir bauen, aber wir wurden nicht gebaut.

Das fand ich in der Tat eine der spannendsten Einsichten im Studium: Geschichte ist nicht gleich Entwicklungsgeschichte. Kulturen, die sich über tausende von Jahren technologisch nicht weiter entwickelt haben, haben trotzdem eine so lange und reiche Kulturgeschichte, wie wir. Wir können sie nur nicht in Form von Architektur und Steinmetzkunst nachvollziehen. Ich finde das unfassbar faszinierend wie diese kaum ja nachzuvollziehenden Kulturen aussehen.
Ja, faszinierend, und kaum vorstellbar, wie Neandertaler gelebt, gedacht, gefühlt haben.