Dies ist keine Hand

Die ältes­ten Höh­len­ma­le­rei­en hat man jetzt in Indo­ne­si­en gefun­den und auf 67.800 Jah­re vor unse­rer Zeit berech­net.

New dis­co­very! 67,800-year-old rock art in Sula­we­si, Indo­ne­sia

Das sind nicht nur nega­ti­ve Hand­scha­blo­nen, son­dern bewusst geform­te Zei­chen.

Ich den­ke, wir kön­nen uns nur sche­men­haft vor­stel­len, wie die­se Men­schen damals gelebt und gedacht haben.

Vor allem muss man sich von einer Vor­stel­lung ver­ab­schie­den, dass es Vor-Men­schen gab, die sich, ähn­lich wie Kin­der, zu Erwach­se­nen ent­wi­ckelt haben. Auch wenn die Onto­ge­ne­se die Phy­lo­ge­ne­se nach­voll­zieht (Die embryo­na­le Ent­wick­lung spie­gelt die Evo­lu­ti­ons­ge­schich­te wider; nach Hae­ckel), so darf man das nicht zu wört­lich neh­men.

Kaum etwas ist so schwie­rig, wie sich vor­zu­stel­len, dass „Ent­wick­lung“ kei­ne Indus­trie­pro­duk­ti­on ist, in der etwas her­ge­stellt wird und erst an einem bestimm­ten Punkt zu einem sinn­vol­len Gan­zen wird, son­dern in jedem Moment ein voll­aus­ge­reif­ter Zustand. Des­halb ist die Vor­stel­lung eines bau­en­den Got­tes auch so nahe­lie­gend, aber selbst als Athe­ist kommt man von solch einer Vor­stel­lung kaum los, was ja im Begriff „Ent­wick­lung“ deut­lich zu erken­nen ist, als müss­te aus einem Kud­del­mud­del erst noch etwas Sinn­vol­les oder Funk­tio­na­les wer­den.

Der Mensch ist kein Pro­dukt son­dern ein hoch­dy­na­mi­sches Inter­ak­ti­ons­sys­tem. Wir bau­en, aber wir wur­den nicht gebaut.

2 Kommentare zu „Dies ist keine Hand"

  1. Das fand ich in der Tat eine der span­nends­ten Ein­sich­ten im Stu­di­um: Geschich­te ist nicht gleich Ent­wick­lungs­ge­schich­te. Kul­tu­ren, die sich über tau­sen­de von Jah­ren tech­no­lo­gisch nicht wei­ter ent­wi­ckelt haben, haben trotz­dem eine so lan­ge und rei­che Kul­tur­ge­schich­te, wie wir. Wir kön­nen sie nur nicht in Form von Archi­tek­tur und Stein­metz­kunst nach­voll­zie­hen. Ich fin­de das unfass­bar fas­zi­nie­rend wie die­se kaum ja nach­zu­voll­zie­hen­den Kul­tu­ren aus­se­hen.

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