Wenn ich irgendwo hin fahre, weiß ich nie, wie ich das nennen soll: Reise oder Urlaub? Und bin ich Tourist? Touristen sind natürlich immer nur die anderen. Man selbst ist Reisender und trifft woanders Touristen. Und Urlauber wollen bloß faul am Strand liegen und braun werden.
Ich bin immer alles.
Ich will sowohl faul am Strand liegen und braun werden, vor allem unter den Armen. Ich kaufe, was die Menschen dort herstellen. Ich will sehen, was Besonders ist und erleben, wie sich so eine Stadt anfühlt, ich will mich treiben lassen und schlendern und mit Leuten reden (je nach Sprachkenntis und in der Regel vier bis fünf Sätze).
In Abt habe ich einem Straßenmusiker zugehört, neben ihm stand ein Mann, der mitgesungen hat, mein Herz ging auf und das Erlebnis war göttlich. Ich warf dem Straßenmusiker zwei Euro in den Topf, er lächelte, ich lächelte, ich erzählte ihm, dass ich auch Musik machte, er bot mir seine Gitarre an, ich lachte und lehnte ab (ich kann keinen Song auswendig), wir gaben uns die Hand und das war’s.
Das ist mein Urlaub, als reisender Tourist. So wie im Alltag auch: reden, meine Ruhe haben, mit offenen Augen durch’s Leben gehen, beobachten, beschreiben, versuchen, zu verstehen, was ich da vor mir habe.
Was bin ich woanders, was ich hier nicht bin?