Alte Blogger

Der ers­te Hyper­link war der ers­te Schritt der Auf­lö­sung linea­rer Text­kul­tur und je mehr der Mensch mit sei­nen Eigen­hei­ten die digi­ta­le Schrift­kul­tur form­te, des­to mehr ver­lang­te er For­men münd­li­chen Kom­mu­ni­zie­rens und die Hin­zu­nah­me kör­per­li­cher Aus­drucks­mög­lich­kei­ten: Mimik, Ges­tik, Prä­senz, Per­sön­lich­keit, Per­for­mance, Kör­per-Selbst-Gestal­tung. Das elek­tri­sche Zeit­al­ter bringt die tri­ba­le Kom­mu­ni­ka­ti­on zurück, glo­bal.

Münd­lich­keit erlaubt das Asso­zia­ti­ve, das Abschwei­fen­de.

Die Schrift­kul­tur, die mit dem Buch­druck ihren Höhe­punkt erreich­te und im Blog noch mal eine Spät­blü­te erleb­te, weicht einer münd­li­chen Kul­tur. Der Text in Buch­form war eine tem­po­rä­re Kul­tur­form wie der Hum­pen am Gür­tel.

Das Blog erlaub­te noch das Ver­ste­cken hin­ter dem Text, die rei­ne Idee ohne Kör­per. Das ist vor­bei. Ihr woll­tet doch, dass die Men­schen aus Pla­tons Höh­le ans Licht kom­men.

Ich gehe auch lie­ber in einen Tanz­work­shop, rede über dies und das Per­sön­li­ches, mache hin­ter­her ein Grup­pen­sel­fie, stel­le das in die Whats­app-Grup­pe und ver­tei­le Herz­che­ne­mo­jis.

Und weil ich alt bin, schrei­be ich anschlie­ßend auch dar­über.

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