Étoile
Eigentlich genau meine Serie, aber eigentlich auch nicht. Das Amy Sherman-Palladino-Universum ist nicht so ganz meins. Grundsätzlich passt alles, aber die Art, Geschichten in Serie zu erzählen und Figuren so extrem und so unentwickelt zu lassen, nervt. Mag ja sein, dass es Absicht ist, niemals wirklich Sympathie mit den Personen aufkommen zu lassen, aber warum?! Ich habe hier extra den Kaffee verschüttet. Ach so, na dann.
Étoile ist ein Who’s Who, aber das macht es ja nicht automatisch gut. Penetrant anstrengende Menschen, die nicht normal miteinander reden können. Supersache. Nicht.
Zu Flash and Bones habe ich mal einen sehr klugen Kommentar von einer Balletttänzerin oder einem Tänzer gelesen: Ja, das kommt alles vor in der Szene, aber nicht alles an einem Ort. Und das ist das Problem mit diesen Serien, egal ob Office oder Küche oder Werbeagentur oder Politikbetrieb oder Tanzszene oder Schauspielszene: die Bude voll, alle reden gleichzeitig, alle sind penetrant und zu Luftholen geht man in den Garten. Eine Party der Reichen, Schönen, Erfolgreichen.
So ist das halt im Kapitalismus, in dem Gefühle zur Ware geworden sind.
Kein übergeordentes Konzept, kein Anfang, kein Ende, atemlose Aktion, Emotion, aber kein Gefühl.
Ein maschinell-serielles Denken kann keine geistreichen Dialoge hervorbringen, deshalb mögen sich solche Serien an Screwball-Komödien orienteren, erreichen aber nicht mal ansatzweise des Status, weil sie nur die ästhetischen Mittel kopieren.
Das gilt hier übrigens gerade für die gesamte, global orientierte Kultur. Das Problem sind nicht Spotify oder Netflix oder Amazon alleine, das Problem ist, dass dafür „Content produziert“ wird.