Scrambled Things

Wir gucken gera­de Stran­ger Things. Lang­sam fin­de ich es kaum noch zu ertra­gen. Die Serie zieht sich wie Kau­gum­mi nach immer­glei­chem Sche­ma. Grüpp­chen-Kon­stel­la­tio­nen, unglaub­wür­di­ge roman­ti­sche Gefüh­le, über Lie­be wird mehr phi­los­phiert als dass sie statt­fin­det, alles zwi­schen über­la­de­ner Action und Atmo-Deeptalk zum Luft­ho­len. Das Gan­ze wirkt so künst­lich, so hohl und nichts­sa­gend. Insze­nier­ten Gefühls-Ästhe­tik bei gleich­zei­ti­ger Emo­ti­ons­lee­re. So gefühl­voll wie ein Emo­ji. Wenn die Serie Gefüh­le zei­gen will, lan­det sie beim Pathos als wären ihr ech­te Gefüh­le fremd.

Stän­dig kämp­fen sie mit selbst­ge­bas­tel­ten Waf­fen, Feu­er­wer­fern, Brot­mes­sern und Sta­chel­draht, sin­gu­lä­re Super­power in immer­glei­chen Kampf­sze­nen. Akus­tisch über­la­den mit effekt­hei­schen­den Kame­ra-Ein­stel­lun­gen. Legt jemand eine Map­pe auf den Tisch, bebt gleich die Erde. Nor­mal reden kann auch kaum jemand, weil alle per­ma­nent unter Span­nung und von Welt­un­ter­gangs­ge­dan­ken geplagt sind, alle hal­be Stun­de ein „Na, war­te, denen zei­ge ich es, ich hab voll die Super­idee“ und steht am Ende mit Taschen­mes­ser vor einem Demog­or­gon, die mal gehäuft und mal Ein­zeln agie­ren. Mag ja sein, dass Rol­len­spie­le und Com­pu­ter­spie­le so sind, aber als Serie funk­tio­niert das nicht. Als wür­de man von einer spon­tan von Idee zur ande­ren hech­ten ohne Vor­stel­lung eines Gesamt­kon­zep­tes.

Das ein­zig Inter­es­san­te an jeder Staf­fel sind neue Figu­ren, aber selbst da sind denen die Ideen aus­ge­gan­gen.

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2 thoughts on “Scrambled Things

  1. Ich bin ver­blüfft, dass Du dem Grund­kon­zept etwas abge­win­nen kannst. Mein ers­ter und letz­ter Ein­druck war, dass es eine Serie für die­je­ni­gen ist die die 80er nost­al­gisch ver­klä­ren und / oder nicht gelebt haben. Bei­des scheint mir doch eher nicht auf Dich zuzu­tref­fen.

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