Beim Zweifel fällt mir auf, wie ambivalent Gefühle sein können, und wie unterschiedlich stark ihre Ausprägung.
Zweifel können langsam und leise entstehen oder felsenfest in einem verankert sein. Grundsätzliche Zweifler sind sozial unverträglich. Ich kenne jemanden, der grundsätzlich alles anzweifelt, was ich ihm erzähle, das ist ziemlich absurd. Er wirkt argwöhnisch und pessimistisch wie eine Karikatur. Wahrscheinlich fühlt er sich nur sicher, wenn er zweifelt.
Bei bestimmten Sachen habe ich auch grundsätzlich Zweifel, nämlich wenn ich unentschieden bin und nicht weiß, was richtig oder falsch oder wahr oder verzerrt ist. Ich kann oft gar nicht genug wissen und muss mich dann einfach festlegen und hoffen und glauben oder vertrauen. Oder weiterzweifeln.
Zweifel sind angebracht, wenn jemand ein starkes Interesse hat, seine Idee durchzusetzen. Deshalb frage ich immer nach Motiven. Manche schrecken vor Lüge und Manipulation nicht zurück.
Vertrauen und Zweifel liegen nah beieinander. Beziehungen brauchen Vertrauen. Zweifel in Beziehungen sind kein gutes Gefühl. Zweifel trennen und distanzieren.
Zweifel an sich selbst sind ebenso zwiespältig, sie können für einen kurzen Moment hilfreich sein, aber auf Dauer braucht man Selbstvertrauen. Zweifel trennen auch von einem selbst. Wer so gar nicht an sich selbst zweifelt, kann auch für andere unangenehm sein.
Comments (2)
ben_says:
10. August 2025 at 21:18Ich dachte gerade erst, das Photo von dem Pale Ale gehört noch zu diesem Artikel, hihi.
In der Sache: Hach, Danke Martin! Danke, dass Du sowas bloggst. Das ist so wertvoll. Danke fürs Teilen!
Martinsays:
12. August 2025 at 9:51Hehehe 🙂 Kein Zweifel am Ale.
Sehr gerne! Ich lerne selbst dabei viel.