Lieblingsalben des Jahres
Das Jahr ist zwar noch nicht rum …
Efterklang – Piramida
Wenn Bands anfangen Chöre einzusetzen, kann es leicht bombastisch werden und die Musik überfordern. Wenn Bands das bereits bei ihrem zweiten Album tun, noch mehr. _Efterklang_ gelingt es, von der ersten bis zur letzten Note alles an seinen richtigen Platz zu setzen und ein Album einzuspielen, das mit seiner stillen Größe mein Lieblingsalbum dieses Jahr wurde. Seit _Blue Nile_, _Prefab Sprout_ und Talk Talks _Spirit of Eden_ das erste Album, das in einer solchen Landschaft aufblüht.
Twin Shadow – Confess
Da hatte ich ja schon drüber geschrieben. Ohne Einschränkung von vorne bis hinten ein Album mit echten Pop-Hits, die ich im Radio in Portugal tagsüber oft hören durfte, weil es dort noch echtes Radio gibt. Wie eigentlich überall außer in Deutschland, wie mir scheint.
Sparrow And The Workshop – Spitting Daggers
Das ist schon 2011 rausgekommen, aber ich habe es dieses Jahr entdeckt. Schneidend wie ein Brotmesser und voller Farbe als hätte jemand mit einem Quast Folk-Rock an die Wand über eine 70er-Jahre-Tapete gepinselt. Ein wundervoller Cocktail aus Schweiß, Erde und Harz.
Das waren bis hier die drei Lieblingsalben, danach kommen mit großem Abstand …
Vivaldis Vier Jahreszeiten recomposed by Max Richter
Ich habe _Die Vier Jahreszeiten_ vor x Jahren gehört, dadurch habe ich keinen Vergleich mehr, zum Glück, sonst würde ich im Geiste beim Hören vergleichen. Was immer Max Richter da gemacht hat und welche Teile er wie verändert hat: Ich habe es sehr gerne gehört.
Saint Etienne – Words and Music By Saint Etienne
_Saint Etienne_ liebe ich vom ersten Album bis zum aktuellen ungebrochen. Sarah Cracknell darf bei mir alles und hier erzählt sie mir etwas über Musik und ich höre ihr lächelnd und voller Sympathie zu.
Great Lake Swimmers – New Wild Everywhere
Das war das Ambient-Album, das ich im Auto gehört habe. „Das geht immer“, dachte ich und schob die Scheibe in den Schlitz an der Konsole. Kaum eingelegt, wurde das Licht gleich einen Tick gelber, ein warmer Hauch strich über die feinen Härchen des Unterarms und die hässlichen Häuser und Autos lagen wie durch Geisterhand auf einer transparenten Ebene, unter der warmer Sand schimmerte.
Darlings des Jahres
Neben Five Seconds von Twin Shadows, das ja bereits unter den Alben ist, gab es natürlich auch Singles, die mich in diesem Jahr erfreuten.
Roosevelt – Sea
Das Cover ist ein Rätsel aus _Assassins Creed II_ und die Musik niedlicher Pop für elegische Hipster, denen die Welt zu profan ist. Wenn man das alles außer Acht lässt – und das kann ich gut – ist das ein ganz feines Stückchen. Ein Einhitkeinwunder, das schnell wieder vorbei sein wird – bis dahin erfreue ich mich dran.
Pure Bathing Culture – Lucky One
Mein Herz habe ich an Pure Bathing Cultures Lucke One verloren. Auch die anderen Stücke von ihnen sind ganz wunderbar. Perfekt, wenn sie jemand richtig produzieren würde und sie sich von Hall und Demo-Sound verabschieden könnten und Trockenheit und Nähe zulassen könnten.
Ich bin gespannt, was ich im nächsten Jahr entdecke.
Ich wünsche Euch ein Frohes Fest!