Eine beeindruckende Dokumentation über Steven McRae, erster Tänzer am Royal Ballet und weltweit einer der besten, dem bei einem Auftritt die Achillessehne gerissen ist. Die Dokumentation ist nicht nur technisch gut gemacht, sondern zeigt auch viele Aspekte des professionellen Tanzens. Das ist behutsam und sehr interessant gemacht, was vor allem in den Gesprächen mit seiner Frau, die ihre eigene Ballettkarriere aufgegeben hat, vieles zeigt, was man sonst nicht so sieht oder hört. Generell ist das Behutsame der Dialoge beeindruckend, wie sorgfältig sie formulieren und ihre Gedanken und Gefühle mitteilen. Nach der Dokumentation hat man einen sehr guten Eindruck davon, mit was für einer Art von Kunst man es hier zu tun hat.
Steven McRae: „Are we artists or athletes? I believe we’re artists who have to behave like athletes.“
Steven McRae: „I’m getting used to have an unresponsive foot.“
Leslie Collier (ehemalige Tänzerin am Royal Ballet und jetzt Trainerin): „You know, as we get older, we have unresponsive anything. And that’s where artistry comes into it. I mean, it’s hard to say that, but that’s where all your experience will come.“
Die Doku ist auch ein schönes Beispiel dafür, um zu zeigen, dass Ballett kein Zirkus ist und niemand am Verheizen junger Menschen und zuvorderst athletischen Ansprüchen interessiert ist. Das heißt es für mich, Ballett wirklich ernst zu nehmen, egal, ob man nur zusieht oder selbst in der Freizeit an der Stange steht.
Dass aus „Resilenz“ in der Übersetzung im Titel ein „Kampf“ gemacht wird, zeigt, dass manche es nie verstehen werden.