Ausgehend von der Romantik und romantischen Vorstellungen, meinen eigenene Erfahrungen und Gespräche mit jungen Frauen, habe ich mich gefragt, wie frei ich eigentlich in meinem Denken und Fühlen bin. Nicht nur, wie geprägt oder beeinflusst, sondern, welche Form meine Freiheit hat.
Männern wird es verhältnismäßig leicht gemacht und über vieles machen sie sich keine genauen Gedanken. Ich auch. Frauen können sich das nicht leisten, in Bezug auf Körper, Gesellschaft, Identität müssen sie sich ganz anders zurechtfinden. Das Feedback, was sie bekommen, macht mich immer wieder sprachlos und wütend. Das ist die Erkenntnis der vielen Gespräche. Und gleichzeitig bin ich beeindruckt, wie pragmatisch, klar und analytisch sie vorgehen, ohne den Bezug zu sich selbst zu verlieren, sondern, im Gegenteil, nicht abzuheben, sondern bei sich zu bleiben und den Bezug zu Körper und Gefühl nicht zu verlieren.
Meine Erfahrungen sind natürlich speziell, Gespräche mit Akademikerinnen, die meisten in der Freizeit tanzend. Zumindest nehmen sie ihren Körper ernst, er bedeutet ihnen etwas und ist nicht bloß eine Maschine, die funktionieren muss. Weil Künstlerinnen, Akademikerinnen, Denkerinnen auch schreiben, wollte ich mir jetzt mal ein paar Bücher vornehmen. Weil es auch mein Weg ist, weil ich Teil dieser Gruppe bin, weil ich wissen will, was eigentlich die Unterschiede zwischen ihnen und mir sind. Es ist nicht egal und wir sind auch nicht gleich, es gibt Unterschiede. Und darüber will ich mir Gedanken machen und darüber mehr erfahren.
Angefangen habe ich mit Die Argonauten. Ich war sehr angetan vom Stil, der zwar manchmal anstrengend und verwirrend ist, aber dafür umso prägnater. Stellenweise wunderbar präzise und klar. Ich will das gar nicht weiter bewerten, nur, dass sie mit genau Art über sich nachgedacht hat, wie ich es auch gerne täte. Eigentlich müsste ich genau so wie sie einen eigenen Text schreiben. Nicht Figuren oder Geschichten, sondern in der Form.
Kommentar schreiben