Press ESC to close

Heiterkeit

Das folgende Zitat habe ich ChatGPT schreiben lassen, weil ich das nicht so gut kann (Sprache des 19. Jahrhunderts). Ich habe nur geschrieben, dass es mir einen Text schreiben soll, in dem die Begriffe „Heiterkeit“ und „Schnurre“ vorkommen.

„An einem jener lauen Sommerabende, da selbst der ernste Geist geneigt ist, der Heiterkeit ein stilles Plätzchen in der Brust zu bereiten, saßen wir im alten Gartensalon beisammen. Herr von B., sonst ein Mann von würdevoller Zurückhaltung, trug eine kleine Schnurre vor, die so drollig in ihrer Schlichtheit war, daß selbst die gestrenge Frau Rat ihr Lächeln nicht zu verbergen vermochte. Es war, als hätten für einen Augenblick alle Sorgen des Tages den Raum verlassen, um der unschuldigen Freude den Vortritt zu lassen.“

Gefühle veralten.

Affekte, die körperlich erlebten Veränderungen, sind zeitlos. Erst mit unseren Begriffen und Konzepten geben wir ihnen eine Form. Herzrasen, Adrenalinschub, Ruhe … es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass Lebewesen das seit Urzeiten kennen und erlebt haben. Wir machen uns einen Begriff davon und konkretisieren und differenzieren sie zu Gefühlen. Gefühle sind keine Reaktion, sondern Teil unserer Erwartungen, die unser Handeln leiten. Deshalb auch die erschreckende Erkenntnis, dass der Großteil unseres Handelns durch Gefühle beeinflusst sind. Das haben wir uns anders vorgestellt. Wer einen Begriff von etwas hat, hat das Gefühl, zu steuern. Daher kommt die Macht. Etwas machen ohne etwas zu tun. Wir beschreiben unsere Vorahnung in Kurzform. Tatsächlich haben wir gerade mal einen leisen Schimmer davon, was vor sich geht.


Kein Mensch würde heute mehr das Wort „Heiterkeit“ ernsthaft benutzen. Es würde immer ironisch klingen, dabei ist sie doch etwas Schönes, die Heiterkeit.

Wir ordnen Gefühle nicht mehr wie im 19. Jahrhundert, weil es gesellschaftlich nicht mehr vorgegeben ist, wie man zu fühlen hat. Wir ordnen sie zwar, aber diese Ordnung hat nur noch ästhetischen Wert. Sie hat nicht einmal mehr psychologischen Wert, weil diese Ordnung im Gehirn nicht nachweisbar ist.

Gefühlslandkarten erwecken den Anschein, dass wir mit Gefühlen geboren werden und man als Kind lernen muss diese Gefühle zu erkennen und ihre Namen zu lernen. Tatsächlich machen wir aber genau das: Wir bringen ihnen diese Gefühle bei, indem wir in Situationen mit ihnen reden.

Wenn ich als Kind gesagt habe „Ich habe Hunger“, hat mein Opa gesagt „Du hast keinen Hunger, du hast Appetit“. Hunger war für ihn das, was er im Krieg erlebt hat.

Eine Abstufungen der Intensität von Gefühlen kann nützlich sein. Als ich mit dem Tanzen anfing, habe ich mir ein Cockpit mit Tachometern für jedes Gefühl vorgestellt. Ich hätte für jede Stufe einen eigenen Namen vergeben können, aber das war nicht nötig. Heute spricht man eher von einer Skala von bis. Auch eine Art, wie wir gelernt haben, mit Maschinen zu leben.


Die „Heiterkeit“ liegt zwischen „Ernst“ und „Albernheit“. Man darf heute in der Öffentlichkeit albern sein. Zurückhaltung würden wir nur fordern, wenn es zu laut wird. So etwas wie die Love Parade oder Karneval oder Schlagermove feiern diese Freiheit demonstrativ und öffentlich. Eine Sendung wie Klimbim oder Tutti Frutti hat das Ordinäre und Alberne ins Bügerliche geholt. Helge Schneider und Monty Python haben eine Kunst aus der Albernheit gemacht.

„Heiterkeit“ ist eine Erfindung der Aufklärung, benannt und beschrieben von Männern wie Lessing, Herder und Goethe. Heiterkeit ist eine lichte Stimmung, ein Idealzustand der Seele, eine Gelassenheit, mit der man die Welt betrachtet.

Peter Paul Rubens, Landschaft mit Regenbogen (um 1636).

Innen sollte man fühlen, was außen ideal war: eine sonnige Landschaft mit klarem Himmel. Stinkende, laute Städte machen krank und unzufrieden, die sonnige Landschaft soll man innen erleben, wenn man schon nicht das Geld und die Zeit hatte, nach Italien zu reisen.

„Sei heiter“ ist eine Aufforderung und ein Anspruch, der seinen Wert nicht verändert hat. Nur sprechen wir heute anders darüber.

„Echte Fröhlichkeit kommt aus dem Herzen. Wir sind heitere Menschen und freuen uns gemeinsam.“

Tante Hedwig

Die Staubigkeit der Heiterkeit hat Loriot meisterhaft in Szene gesetzt (ab 2:24), und gezeigt.

Heiterkeit ist viel mehr ein Anspruch als ein Gefühl. Ein salonfähiges Gefühl der Freude, hinter dem ein ganzes Welt- und Menschenbild steht.

Diesen Platz hat die „Zufriedenheit“ eingenommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert