Wochenrückblick

Ich versuche, den Momenten mehr Aufmerksamkeit zu schenken, damit die Tage nicht einfach so dahinfliegen, aber so vieles ist vergessen, verdrängt und weggeatmet – was nicht gut ist! Also muss ich mich zur Besinnung zwingen disziplinieren.

Die freien Abende habe ich mit K. genutzt, um The OA weiter zu sehen. So ein Tag ist dann rum: erst Arbeit, dann Serie. Baldriantee und guter, langer Schlaf.

Baldrian wurde im Volksmund auch Katzenkraut und Stinkwurz genannt. Baldrian enthält Isovaleriansäure, die auch von Bakterien auf menschlicher Haut prodziert wird, was die Hauptkomponente des Fuß-Schweiß-Geruchs ist.

Baldrian enthält aber auch als Hauptkomponente Bornylacetat und Bornylisovalerianat, was dem Lockduft läufiger Katzen ähnelt. Gibt man einen Tropfen Baldrianöl auf eine Decke oder ein Kissen, fällt der horny Kater drüber her.

Zu weiteren Fragen wenden sie sich an ihren Arzt oder Apotheker.

Dienstag war ich beim Yoga, das ich eigentlich kündigen wollte, was ich bereits angekündigt habe, weil ich ja Mittwochs neues Yoga habe, aber eigentlich gefällt es mir doch ganz gut.

Mittwoch gibt es Neuigkeiten auf der Arbeit, was zu mehr Arbeit führt. Nichts Dramatisches. Aber der Mittwoch ist zu voll. Ich habe eine Stunde zwischen Arbeit und Contemporary und Yoga anschließend. Ich komme um 23:00 Uhr nach Hause.

Der Unterricht und das Yoga gefallen mir nicht mehr. Vor allem ist es nicht gut für meinen Nacken und mein kaputtes Knie. Das beschäftigt mich sehr. Ich werde kündigen müssen, nach Jahren treuer Zugehörigkeit und vielen wundervollen Erlebnissen.

Ich denke lange darüber nach, weil mir die Entscheidung nicht leicht fällt, aber ich merke, dass weder Contemporary Dance noch Yoga grundsätzlich gesund für den Bewegungsapparat sind oder anders gesagt, nicht alles für jeden gesund ist. In der Form, wie es jetzt unterrichtet wird, so sehr ich den Lehrer mag, ist es für mich nicht gut und stellenweise dringend zu vermeiden. Das nervt aber und das will ich nicht. Ich will im Unterricht abschalten und nicht ständig Alarmglocken installieren. So komme ich nicht in den Flow, so behalte ich immer eine Prüfinstanz. Ich will folgen und vertrauen, nicht analysieren.

Um so aufgehobener fühle ich mich am Donnerstag im Ballett, aufatmen, gute Gespräche.

Freitag und Samstag komme ich endlich dazu, die Depeche Mode-Songs weiter zu erarbeiten, Demos aufzunehmen, Sheets anzufertigen, mit den Jungs abzusprechen.

Samstag fahre ich in die Stadt zum Frisör, der mir die Haare schneidet und anders herum legt. Ich habe zwei Wirbel hinten, kann mich also entscheiden, wohin die sich legen sollen. Ich will sie wieder länger haben, komme aber über den Punkt nicht hinaus, an dem sie doof aussehen.

Anschließend kaufe ich zwei Pullover, die nicht schwarz sind, was nicht so einfach war, wie es klingt.

Ich treffe mich mit K. beim Italiener.

Zuhause besorge ich Süßigkeiten, weil Halloween ist, es klingelt aber nur eine Bekannte, die mit ihrem Sohn unterwegs ist. Die Süßigkeiten sind also für uns, ich freue mich über Hitschies Mystery, die Tochter über Kinder Schoko-Bons. Die Goldbären werde ich im Büro los, die sind dort Nahrungsmittelergänzung.

Die Tochter trifft sich mit Freundinnen in der Stadt, anschließend gucken sie Harry Potter über Beamer in ihrem Zimmer. Mit 19 sind scheinbar plötzlich alle erwachsen und freuen sich über einen Kaffee in der Sonne in der Altstadt und eher ruhige Abende zuhause.

Sonntag mache ich einen Spaziergang und merke, das ich zu spät für Kastanien bin. Eine finde ich noch. Es war die ganze Zeit Sommer, da denke ich doch nicht an Kastanien.

Ich mache Pommes und Gemüse in der Heißluftfriteuse und brate Würste vom Hofladen.


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