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Soziales Gehirn

Dass sich unser Gehirn auch unter dem Einfluss von sozialen Bedingungen entwickelt hat, ist plausibel. Menschen haben gelernt, in Gruppen ihr Überleben zu sichern, auch wenn es manchmal nicht so aussieht. Das Gehirn hat die erforderlichen Fähigkeiten entwickelt. Das lässt sich messen und belegen. Und was man dafür braucht, auch.

Die social brain Hypothese geht davon aus, dass sich unser Gehirn, vor allem die Regionen und Netzwerke im Neocortex, erweitert hat, weil das Leben in großen, kooperativen und dennoch wettbewerbsorientierten Gruppen dies erforderte. Nach dieser Ansicht entwickelte sich Intelligenz zunächst als Lösung für das »soziale Problem«, Verbündete, Rivalen und sich wandelnde Normen im Blick zu behalten.

Das soziale Gehirn

Wenn Menschen kooperieren, schwingen sie neuronal im Gleichtakt – am deutlichsten im präfrontalen Kortex, der Region hinter der Stirn, die immer dann aktiv ist, wenn wir Pläne schmieden und Probleme lösen.

Was diesen Faktor am stärksten beeinflusste, überraschte. Es war nicht der höchste IQ in der Gruppe. Nicht einmal der Durchschnitt. Wichtiger waren soziale Sensibilität, gleichmäßige Beteiligung am Gespräch und die Bereitschaft, zuzuhören. Eine Gruppe durchschnittlich intelligenter Menschen, die respektvoll miteinander diskutiert, kann erfolgreicher sein als ein Team von Hochbegabten, in dem eine Person dominiert und die anderen irgendwann verstummen.

Kollektive Intelligenz

Lisa Feldman Barrett hat ein Buch über Gefühle und über unser Gehirn geschrieben. Das ist kein Zufall, sondern folgerichtig. Beides gehört zusammen. Gefühle und Emotionen sind kein Sahnehäubchen auf geistigen Vorgängen.

Unsere Kompetenz in emotionalen Dingen ist Voraussetzung dafür, ob wir in Gemeinschaft etwas Vernünftiges hervorbringen.

Ich musste lernen, mir über meine Emotionen und Gefühle klar zu werden, auch wenn ich sie mir nicht ausgesucht habe oder aussuchen kann. Das war quasi sozialer Druck. Und ich musste auch lernen, das an andere zurückzugeben: Du bist für dein Sozialverhalten selbst verantwortlich.

Beziehungsverhalten wird früh gelernt, und leider muss ich mein Leben lang nachkorrigieren. Ganz viele social skills habe ich von meinen Mittänzerinnen gelernt und parallel dazu Bücher gelesen.

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