Contemporary Improvisation

Nächs­ter Anlauf für Impro­vi­sa­ti­on, nächs­ter Anlauf für Con­tem­po­ra­ry. So lang­sam arbei­te ich mich chro­no­lo­gisch von hin­ten nach vor­ne, sowohl tanz­tech­nisch als auch indi­vi­du­ell, und ver­su­che her­aus­zu­fin­den, wie das ist, wenn man sagt: Ich habe schon als Kind ger­ne getanzt.

Man kann alles Mög­li­che ler­nen, was man aller­dings nicht ler­nen kann, ist das Fin­den eige­ner For­men. Naja, man kann es doch, so wie man beim krea­ti­ven Schrei­ben lernt, sei­ne eige­ne Form zu fin­den. Dafür gibt es kei­ne Anlei­tung, man muss es machen, hart­nä­ckig und selbst­re­flek­tiert. Man lässt sich inspi­rie­ren, macht nach, ahmt nach, pro­biert aus, greift auf, ver­wirft und ver­fei­nert. Das Pro­blem beim Ler­nen als Erwach­se­ner scheint mir: wie schafft man es, dass er ver­gisst, was er weiß und wie­der neu­gie­rig lernt wie ein Kind? So scheint mir das auch beim Impro­vi­sie­ren im Tanz.

Es gibt bereits ent­wi­ckel­te Tanz-For­men, ich habe einen vagen Ein­blick in Bal­lett, Modern Dance und Jazz Dance. Man könn­te an genau einer Tech­nik sein Leben lang arbei­ten. Aber was mich zum Tan­zen bringt, ist Musik. Das stimmt nur bedingt, meis­tens bringt mich Musik zu unbe­stimm­ten beweg­ten Vor­stel­lun­gen: Far­ben, For­men, Ver­läu­fe, Struk­tu­ren – das kann kon­kret sein oder unkon­kret. Und genau die­se Vor­stel­lun­gen will ich mit mei­nem Kör­per umset­zen.

Das ist eine deut­li­che Ent­wick­lung vom Tan­zen als indi­vi­du­el­le und pri­va­te Form. Nicht Gesell­schafts­tanz, nicht Paar­tanz nicht Thea­ter­tanz. Man impro­vi­siert allei­ne und für sich. Die sich ent­wi­ckeln­de Cho­reo­gra­fie ist nur eine Erwei­te­rung der indi­vi­du­el­len Vor­stel­lung. Der Kör­per ist Instru­ment, Men­schen sind Mate­ri­al. Ich habe als Kind nie sol­che For­men frei ent­wi­ckelt oder ein­fach getanzt oder auch nach­ge­tanzt. Ich habe Robot Dance Moves und Moon­walk geübt, ein biss­chen Break Dance, lächer­lich steif und nicht so, wie ich hät­te tan­zen sol­len: einer­seits frei und ande­rer­seits unter ech­ter tech­ni­scher Anlei­tung. Gut, Bal­lett mache ich ja jetzt. Mir fehlt aber noch immer der nai­ve Zugang, die Impro­vi­sa­ti­on.

Con­tem­po­ra­ry ist inspi­riert von aktu­el­ler elek­tro­ni­scher Musik, fin­det sich von der unge­hemm­ten Bewe­gung als Kind zur Form­fin­dung und Gestal­tung mit meh­re­ren oder allei­ne.