Der Name des Windes

Ich hat­te den Fami­li­en­ur­laub letz­te Woche genutzt, um das Buch end­lich durch­zu­le­sen. Bei­na­he hät­te ich es auf­ge­ge­ben. Kurz vor Schluss wur­de mein Unmut immer stär­ker.

Der Roman ist gut geschrie­ben. Und das, was er erzäh­len will, erzählt er gut.

Es ist ein Coming-of-age-Roman mit ein paar Fan­ta­sy-Ele­men­ten. Sehr char­mant fand ich die Idee der Zau­ber­kraft durch „Sym­pa­thie“, das Wort auf Din­ge anzu­wen­den, war sehr schön, weil es sei­ne magi­sche Kraft her­vor­hob. Allei­ne dafür hat sich das Buch gelohnt.

Sehr gut auch die roman­ti­schen Gefüh­le und Gedan­ken des Jun­gen in dem Alter dar­ge­stellt.

Vie­les aber fand ich ermü­dend. Die Haupt­fi­gur war mir auf Dau­er ein­fach zu schön­ge­schrie­ben. Eine unan­ge­neh­mer Mr. Nice­guy, der gera­de durch die Wid­rig­kei­ten, Schüch­tern­heit, auf­ge­setz­te Zurück­hal­tung um so mehr chee­sy wird. Die Frau­en sind ihm ver­fal­len, er ist schlau­er als alle ande­ren, dabei aber natür­lich respekt­voll, schüch­tern, zurück­hal­tend wie die Haupt­fi­gur eines Julia-Romans. Der Arzt, der die Frau­en ver­steht.

Der Roman hat viel zu vie­le zeit­ge­nös­si­sche Sicht­wei­sen und Ver­hält­nis­se. High-School-Set­ting scheint üblich zu sein in dem Gen­re.

Die eigent­li­che Sto­ry kommt über­haupt nicht vor­an. Was war jetzt bit­te mit den Chandri­an? Was war das jetzt für eine völ­lig blass geblie­be­ne Grup­pe?!

Die Figu­ren waren ziem­lich glatt und cha­rak­ter­los. Tat­säch­lich hat­te das Gan­ze viel zu viel Ähn­lich­keit mit einer High-School-Geschich­te der Nuller. Was es eigent­lich ja auch ist.

Wie gesagt: gut geschrie­ben, sonst hät­te ich nicht wei­ter­ge­le­sen. Wenn ein Buch gut geschrie­ben ist, quä­le ich mich schon mal durch.

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