Martin

1993

Die Neun­zi­ger gal­ten für mich musi­ka­lisch eher als ein­tö­ni­ges Jahr­zehnt. Außer Elec­tro­nic in all sei­nen For­men ist nichts ent­stan­den, was mich sonst berührt oder inter­es­siert hät­te. Beat, Sounds, Loops.

Arca­de Fire war die ers­te Band, die ich nach den 90ern ernst­haft gehört habe. Davor waren es vor allem DJ-Pro­du­cer und Sound-Frick­ler. Pla­ce­bo gab es dazwi­schen noch für mich. Und Sigur Rós und Kings of Con­ve­ni­ence, alles eher nett und ver­träumt und etwas sen­ti­men­tal. Um die Nuller her­um begann ich, die 80er wie­der her­aus­zu­ho­len und zu hören, ein­fach auch aus dem Bedür­n­is her­aus, wie­der rich­ti­ge Songs zu hören. Ich bemerk­te eine Art Sehn­sucht.

Ges­tern war ich auf der Suche nach einem alten Album und rief mir alle 1993 ver­öf­fent­lich­ten Alben auf. Allei­ne im Jahr 1993 wur­den neben bekann­ten groß­ar­ti­gen Alben vie­le mei­ner per­sön­li­chen Lieb­lings­al­ben ver­öf­fent­licht.

Es fühlt sich so an, als sei­en die­se Alben in einem Zeit­raum von zehn Jah­ren erschie­nen.

Allei­ne die­se Alben rei­chen, um glück­lich und zufrie­den durch die Neun­zi­ger zu kom­men. Man hät­te hier ein­fach auf­hö­ren kön­nen.

Und auch mein Lieb­lings­par­füm ist in die­sem Jahr erschie­nen: Back­ground von Jil San­der.

Es liegt also nur an mir, wie und ob ich Details und Momen­te wahr­neh­me und ob es für mich ein Erleb­nis ist oder nicht. Und das war immer ver­bun­den mit Musik.

Kommentar schreiben