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10. December 2025 1 Min. Lesezeit

Martin Parr

Martin Parr ist gestorben. Ich glaube, es gab niemanden, der solch einen großen Einfluss auf Amateurfotografen hatte wie er. Ich glaube, jeder wollte fotografieren wie Martin Parr, wenn er rausging und Menschen fotografierte, aber was bei ihm so einfach wirkte, war in Wahrheit viel schwieriger zu erreichen, weil man die Voraussetzung dafür nicht mitbrachte.

Es ist, wieder einmal, die Gleichzeitigkeit so unterschiedlicher Eigenschaften und Verhaltensweisen, die so schwer zu vereinbaren sind. Oberflächlich wirken die Fotos als würde er die Menschen vorführen, sich über Arm und Reich lustig machen, aber was er in Wahrheit macht, ist sich über die Ästhetik lustig machen, jedoch den Menschen mit einem großen Herz begegnen.

Martin Parr ging mit ungehemter Neugier durch die Welt und liebte die Menschen und die Begegnung. Was bei ihm wie heimlich und versteckt aussieht, war in Wirklichkeit offene und lebendige Inszenierung.

Er hat genau so poetisch fotografiert, wie andere die Natur. Nur hat er mit Blitz und Sonne und extrem gesättigten Farben gearbeitet. Eben, weil er ein Künstler war. Er war kein Zufallsfotograf, wenn seine Bilder wie Schnappschüsse aussehen, dann ist das seine Kunst.

Martin Parr war der einflussreichste Fotograf für Menschen, die sich nicht als Künstler betrachten. Martin Parr war ein humorvoller, liebevoller Fotograf, der uns den Witz in Äußerlichkeiten vorgeführt hat. Martin Parr hat nie über Menschen gelacht, immer nur mit. Gemeinsam lacht man mit ihm über die Welt.

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"First priority is to make an entertaining picture." | Photographer Martin Parr | Louisiana Channel

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