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09. March 2026 2 Min. Lesezeit

Lebenssinn

Ich frage mich immer wieder, was mein Lebenssinn ist, was mein Wert ist für andere und was ich mir selbst wert bin. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich lebe. Mein Leben lang lebe ich in einem Besorgnismodus, der schlimmstenfalls Angst oder Panik erzeugt, wie ein Alarmsystem. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese Besorgnis nur von anderen übernommen ist und ich eigentlich zu unbesorgt bin. Bestenfalls finde ich Antworten in mir selbst und hole Kraft aus mir selbst. Aufstehen, weitermachen, weiterleben.

Ich suche nach Orientierung in der Art, wie ich denke und worüber ich nachdenke. Kognition, Belohnung und Verstärkung, Arbeitsstruktur, Freude, Gesundheit, Kommunikation. Kommunikation ist wichtig, soziale Beziehungen sind wichtig, aber sie können einen ebenso glücklich wie unglücklich machen. Ich bin sensibel und das zu ignorieren, macht krank. Gesund kann ich nur sein, wenn ich das akzeptiere und sinnvoll damit lebe. Ich schwanke zwischen Sensibilität und Resilienz.

Keine Vorstellung von mir selbst ist richtig oder falsch, sie ist eine Entscheidung und Auswahl aus vielen Antworten. Ob ich jetzt Freuds Modell nehme oder das eines Coaches, ob ich mich mit einer Maschine vergleiche oder mit dem, was mir meine Eltern vorgelebt haben.

Ich suche mir sichere Orte und Beziehungen. Sie sind die Grundlage. Ein System innerhalb eines Systems, wie Mitochondrien.

Warum sich diese Frage jetzt stellt, ist klar, die Welt ist nicht sicher. Neue Kenntnisse und Erkenntnisse und Entwicklungen fordern einen täglich heraus. Das ist Leben, Anpassung, so leben wir.

Über Gefühle, Sprache und Sinne tauschen wir uns aus. Ich hatte da nie ein vorgegebenes, einheitliches, ultimatives Modell. Anpassung als Modell, Flexibilität als Modell, die verlässlichen Antworten in mir selbst, nie da draußen. Und in mir habe ich, Gott sei Dank, genug. Genug Schönes, Gefühl, Erlebnisse und Erfahrungen.

Mit sechzig sammelt man das, weil das Leben kein unerschöpflicher Schatz mehr ist, den man sucht. Die Schatzsuche ist zu Ende und man hat ein paar bemalte Steinchen in der Hand und erkennt, dass es immer nur um die Suche selbst ging, nie das Finden.

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