Es geht zwar um Tanz, aber meine Serie war das nicht. Das Amy Sherman-Palladino-Universum ist nicht meins. Grundsätzlich passt vieles, aber die Art, Geschichten in Serie zu erzählen und Figuren extrem und unentwickelt zu lassen, nicht. Die Serie verhindert systematisch jede Sympathie mit ihren Figuren. Étoile ist ein Who's Who, aber das macht es nicht automatisch gut.
Zu Flash and Bones habe ich mal sinngemäß einen klugen Kommentar von einer Balletttänzerin oder einem Tänzer gelesen: Ja, das kommt alles vor in der Szene, aber nicht alles an einem Ort. Und das ist das Problem mit diesen Serien, egal ob sie im Office oder in der Küche oder in einer Werbeagentur oder im Politikbetrieb oder in der Tanzszene oder der Schauspielszene spielt: die Bude voll, alle reden gleichzeitig, alle sind penetrant und zum Luftholen geht man in den Garten. Eine Party der Reichen, Schönen, Erfolgreichen. So ist das halt im Kapitalismus, in dem Gefühle zur Ware geworden sind. Nur vereinzelt gabe es gute Sätze im Dialog, aber viel zu wenig. Ein maschinell-serielles Denken kann keine geistreichen Dialoge hervorbringen, deshalb mögen sich solche Serien an Screwball-Komödien orienteren, erreichen aber nicht mal ansatzweise des Status, weil sie nur die ästhetischen Mittel kopieren.
Es gibt kein übergeordentes Konzept, kein Anfang, kein Ende, nur atemlose Aktion, Emotion, aber kein Gefühl. Die Serie besteht aus affektiertem Spiel und witzlosen Dialogen.
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