Die Lerntechnik beim Tanzen

Nach­dem ich im letz­ten Jahr ganz unter­schied­li­che Tech­ni­ken, Metho­den, Schu­len und Leh­rer pro­biert habe, sam­mel ich mei­ne Erfah­run­gen und zie­he mei­ne Schlüs­se für die Lern­tech­nik in Bezug auf Tanz­be­we­gun­gen, die Art, wie ich ler­ne, als älte­rer Fort­ge­schrit­te­ner in der Mit­tel­stu­fe.

Zeitlupe, um zu erkennen

Vie­le Bewe­gun­gen lau­fen im Tanz viel zu schnell ab, um sie auf Anhieb in Echt­zeit zu ver­ste­hen. Die meis­ten Leh­rer hal­ten einen meist davon ab, zu lan­ge in Zeit­lu­pe zu üben, damit man in dem ver­lang­sam­ten Tem­po nicht ver­haf­ten bleibt. Für mich ist das nicht der rich­ti­ge Weg. Für mich ist ein leicht anstei­gen­des Tem­po genau rich­tig ist. Und ich ver­blei­be so lan­ge im lang­sa­men Tem­po, wie es mir Spaß macht und sich rich­tig anfühlt. Geschwin­dig­keit kommt wie von selbst.

Ich muss in Zeit­lu­pe anfan­gen, um zu erken­nen, was da pas­siert und was ich tun soll. Ich ler­ne lie­ber so, als irgend­wann drauf zu war­ten, das sich ein „Aha-Effekt“ ein­stellt. Aha-Effek­te sind das Gegen­teil von Ler­nen in Zei­tu­pe, eine Art zeit­li­che Kom­pri­mie­rung auf einen Moment. Für mich wäre das viel zu sehr wie die Nadel­su­che im Heu­hau­fen.

Erken­nen ist ein Pro­zess, der sich wie eine Wel­le auf­baut und grö­ßer wird, um am Ende wie­der ins Meer zurück­zu­flie­ßen und sich mit mei­nem Wis­sen und Kön­nen zu ver­ei­nen.

Markieren, um zu verstehen

Wenn man die ein­zel­nen Kom­po­nen­ten des Bewe­gungs­ab­laufs kennt, kann man als nächs­tes den gesam­ten Ablauf als rhyth­mi­sche Ein­heit anschau­en. Man mar­kiert die Momen­te. Im Grun­de geht man dabei den Ablauf nur in einer höhe­ren Geschwin­dig­keit durch und mar­kiert wich­ti­ge Punk­te.

Probieren, um es zu tun

Erst wenn man lang­sam alles durch­ge­gan­gen ist, kann man in schnel­le­rem Tem­po üben. Man pro­biert es aus und irgend­wie klappt es ja immer. Das kann eine Zeit lang gut gehen und Spaß machen, aber ob man es auch rich­tig macht, ist eine ande­re Sache. Das muss man kon­trol­lie­ren, immer wie­der. Und so fängt man immer wie­der von vor­ne an, in immer län­ge­ren Abstän­den und geht alles noch­mal in Zeit­lu­pe durch und kon­trol­liert, ob die Bewe­gung und Hal­tung wirk­lich stimmt, bis man da ist, wo man hin will. Viel­leicht muss man auch mal einen ande­ren Weg wäh­len und anders in Zeit­lu­pe von vor­ne anfan­gen und anschlie­ßend noch ein­mal den ers­ten Weg pro­bie­ren.