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16. April 2021 2 Min. Lesezeit

Ballet wtf

Mei­ne Domain war damals wohl gewählt, als ich mit Bal­lett anfing. Seit letz­ten Som­mer neh­me ich wie­der Unter­richt, erst im Stu­dio, jetzt über Zoom.

Letz­ten Sams­tag beim Tanz­abend über Zoom mit anschlie­ßen­dem Nerd-Talk kamen wir auf Bal­lett zu spre­chen, ange­fan­gen hat es mit Miss­brauch in der Kul­tur. Ich hat­te schon ein paar Bier getrun­ken und des­halb for­mu­lier­te mei­ne Zun­ge locker: Man darf ein­fach nicht ver­ges­sen, dass Bal­lett eine sexis­ti­sche, ras­sis­ti­sche, eli­tä­re Kunst­form ist. Ich ergän­ze nüch­tern: klas­si­sches Bal­lett. Ehr­lich, ist lie­be Bal­lett und will es ret­ten, für die, die es lie­ben. Ich will es nicht für alle ret­ten, aber ich will es für mich aus dem Schlamm zie­hen, wie ein lieb­ge­won­ne­nes Spiel­zeug, das immer wie­der in den Dreck fällt.

Es ist wie mit ande­ren Berei­chen auch, die mit Kör­pern zu tun haben und nicht nur geis­tig sind.

Wer einen Ein­druck davon bekom­men will, wie es aus­sieht, wenn alle schlech­ten Sei­ten des Bal­letts zusam­men­kom­men, kann sich Flash and Bones anse­hen.

Es gibt kei­nen beson­de­ren Anlass, aber die Schlie­ßung der Thea­ter wegen der Pan­de­mie und die dadurch beding­te Aus­rich­tung auch auf ein neu­es, digi­tal erreich­ba­res Publi­kum und gene­rell die durch die Pan­de­mie auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen der Mensch­lich­keit und Soli­da­ri­tät haben bei mir viel in Gang gebracht. Und der oben for­mu­lier­te Satz hat sich ein biss­chen wie eine Befrei­ung ange­fühlt.

Ich wün­sche mir ernst­haft, es könn­te sich neu auf­bau­en. Es gibt genug Bei­spie­le, dass es anders geht und eigent­lich bin ich, was mei­nen Geschmack angeht, längst weg vom klas­si­schen Bal­lett, aber im Unter­richt bin ich nun mal immer wie­der damit kon­fron­tiert.

Viel­leicht ist das ein lan­ger, lang­sa­mer Pro­zess und man muss die posi­ti­ven Ansät­ze mehr schät­zen und ver­fol­gen.

Die­se Dis­kus­si­on auf Red­dit ist jeden­falls sehr inter­es­sant. Wobei man natür­lich sehr schön sehen kann, wie eng Geschmack und Mei­nung zusam­men­hän­gen und dass „Sich eine Mei­nung bil­den“ eben ein Lern­pro­zess ist, bei dem man sich manch­mal auch mit unlieb­sa­men Aus­sa­gen aus­ein­an­der­set­zen muss.

Update: Na, das passt ja gera­de zum The­ma.

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