Ein schmales Buch von 200 Seiten, das ich spontan aus der sehr klein gewordenen Ecke „Science Fiction“ mitgenommen habe. Der sperrige Titel erregte meine Aufmerksamkeit. Und der Titel ist passend, stilistisch passend.
Ich wusste nichts über das Buch oder die Autorin und so habe ich es auch gelesen und schreibe diesen Text, damit ich meine eigenen Gedanken behalte. Ich weiß jetzt ein bisschen mehr, aber das ist nebensächlich.
Die Geschichte handelt von vierzig Frauen, die von Wachmännern in einem Käfig unter der Erde gehalten werden, die kein Wort mit ihnen reden. Sie haben keine Intimsphäre und körperliche Berührung wird durch Peitschenhiebe unterbunden. Es sind Frauen aus einfachen Verhältnissen, die vorher ein normales Leben gehabt haben, mit Männern, Kindern und Arbeit. Weshalb sie unter der Erde gefangenhalten werden, bleibt unbekannt. Es ist sogar zweifelhaft, ob sie sich überhaupt auf der Erde befinden, da es keine Jahreszeiten gibt.
Wahrscheinlich versehentlich ist unter ihnen ein Kind mit eingesperrt, die Erzählerin. Anfangs fühlt sie sich als Außenseiterin, weil sie kein Leben vorher hatte, das Wissen darum, die Gefühle und Erinnerungen.
Sie kommt am Anfang des Buches in den Beginn ihrer Pubertät, die sich aber nicht weiterentwickelt. Körperlich erotische Gefühle für einen der Wärter führen zu einem Orgasmus, den sie aber nur in ihrer Vorstellung erlebt und sich wie in einer Art Selbstbefriedigung Geschichten ausdenkt. Das körperliche Erlebnis verfolgt sie nicht weiter, wohl aber die Geschichten, das Denken und die Fragen, die sie sich stellt.
So entwickelt sich eine Figur, die, wie sie selbst sagt, keine Gefühle hat, und ausschließlich sachlich denkt und sich selbst definiert als eine Frau, die Männer nicht kannte.
Als Leser weiß man, dass sie sehr wohl körperliche Empfindungen wie Freude, Freiheit oder den erwähnten Orgasmus erlebt, sie aber aufgrund fehlender Sprache nicht in ein Konzept von Gefühlen einsortieren kann.
Das Buch stellt elementare Fragen an das Leben und an den Tod, die von verschiedenen Perspektiven aus unterschiedlich betrachtet werden, dadurch, dass neununddreißig andere Frauen eingesperrt sind.
Sie haben andere Erinnerungen und Sehnsüchte, sie erlebten Liebe anders.
Anders als eine Welt ohne Männer, hatte die Figur keinen Kontakt zu Männern bzw. sie als Gewalt ausübend und ohne Sprache und normalen Körperkontakt erlebt. Es fehlen aber in der Welt nicht nur Männer, sondern Menschen generell. Es geht also auch um Isolation.
Man kann noch sehr viel mehr über das Buch schreiben und nachdenken, aber für mich reicht es so. Es wird mir noch oft genug in den Sinn kommen.

Schreibe einen Kommentar