Ich rede ja nicht viel darüber und mache das einfach still vor mich hin, um plötzlich einfach mein Design zu ändern.
Wie es dazu kommt, ist ganz einfach. Ich habe eine Idee und teste sie auf einem eigenen Testblog, immer mit dem Vorhaben, dort gesondert neben diesem Blog hier zu bloggen, damit ich niemanden störe. Das geht drei Posts so und dann habe ich keine Lust mehr und will das Theme in Aktion sehen, also installiere ich es hier, nur um mal zu gucken, weil hier ganz viel Inhalt ist. Ich sehe mir die Voransicht an und schalte, nur zum Test(!), live, und dann … lasse ich es so.
Ein paar Sätze zu meinen Gedanken zu Theme-Designs. Und nur zur Klärung: Das lasse ich alles Claude umsetzen, das mache ich nicht mehr selbst. Mein letztes Theme, das ich speziell für mich gestaltet habe, hat hinten so viel schrecklichen, veralteten, aufgeblähten Code, dass ich das nicht mehr weiterverfolgt habe. Es wäre aber durchaus eine Überlegung wert, das noch einmal mit Claude anzugehen.
Ach, so und dann ist da noch die Frage: alter Code mit PHP oder FSE? Eine echte Grundsatzfrage.
Es gibt andere grundsätzliche Hauptfaktoren, die meine Überlegungen und Motive unterscheiden und es gibt Vorbilder. Ich gehe das mal durch.
Das Blog als Wohnzimmer

Wenn ich mich mit jemandem treffe, um mich zu unterhalten oder kennen zu lernen, setze ich mich nicht in eine Verhörzelle, sondern gehe irgendwo hin, wo es gemütlich ist. Ich mag gemütliche Blogs. Aber anders als dreidimensionale Räume, in denen jemand spricht und verschiedene Sinne separat Information aufnehmen können, geht beim Blog alles über das Auge auf einer zweidimensionalen Fläche, und da muss man sich den Text sozusagen separieren und herausholen.
An schicken Designs sehe ich mich also leicht satt, aber ich sehe auch seinen Wert und dass es auch diese ästhetischen Bedürfnisse gibt und ich sie manchmal habe.
Und Wohnzimmer, Raumaufteilung und Dekor und Mehrfachnutzung heißt auch, dass ich Blogs mit Seitenspalte mag (manche hatten sogar drei). Bei blogger.de haben das noch viele Blogs und es stört nicht.
Also, ich finde es schick und richte mir ab und zu mal ein Wohnzimmerchen ein.
Beitragsbilder und Übersichtsseiten
Seitdem es Beitragsbilder gibt, nehmen Übersichtsseiten eine andere Form an, man bedient sich der Magazin-Layouts. Das Problem für mich ist, dass nicht alle Posts ein Beitragsbild haben und ich auch nicht will, dass das so einen Raum einnimmt. Ich liebe Aeon.co, ich mag die Ghost-Themes sehr, ich finde das Blog-Theme von Em Dash CMS schick, aber alles braucht fast zwingend ein Beitragsbild.



Das funktioniert für mich nicht.
Das Experiment mit dem von Twen inspirierten Layout war ziemlich cool und hat mir die Freiheit gegeben, so etwas individueller zu gestalten und Gewichtungen anzupassen und mit Serifen und Serifenlos zu experimentieren, fett und regular. Aber auf Dauer ist mir das zu unruhig und zu viel Gebastel.

Magazin passt also für mich nicht, aber ich finde es natürlich total schick.
Klassisch modern
Naja, und dann ist da noch Medium. Das hat eigentlich ein klassisches Layout, passt sich aber ständig an. Es hat eine Sidebar und optionale Beitragsbilder, das finde ich grundsätzlich gut gelöst, weshalb das ja meine letzte Vorlage war.


Damit war ich auch sehr zufrieden, aber dann kam mir die Idee, ein Standard-FSE-Theme nach meinem Geschmack entwickeln zu lassen.
WordPress FSE-Theme
FSE-Themes funktionieren für mich am besten, wenn sie so einfach wie möglich sind, also eine Spalte und alles untereinander. Einheitliche Abstände sind deshalb so schwer durchzuhalten, weil WordPress ja bereits seine Block-Bibliothek mitbringt, das grätscht einem ständig rein. WordPress ist das Word unter den CMSsen.
Also war die Vorgabe: so einfach wie möglich, so einheitlich wie möglich, ein sauberer Rythmus und eine sinnvolle Gewichtung der Einzelelemente, ohne nackt und unpersönlich zu wirken. Ich stehe und bestehe auf Eleganz und Ausgewogenheit.
Claude hat nach einem Prompt zwanzig Minuten ohne Nachfrage aufgrund aller meiner bisherigen Präferenzen „gearbeitet“, selbstständig eine Testumgebung installiert, sich alles angesehen und kam mit einer 99,9 %igen Lösung raus. Ich habe das so genommen, bis auf winzige Anpassungen, weil man im Detail gegen die Block-Bibliothek arbeiten musste.
Der Vorteil, den ich darin sehe: Im Blog-Text sind die Blöcke und Abstände optimal. Bilder, Galerien, Embeds von YouTube und Spotify … alles sitzt und passt. (1) Das gefällt mir enorm und macht Spaß beim Schreiben. Was ich im Editor sehe, ist genau das, was ich vorne im Blog sehe, das ist toll.
Ich möchte gerne mit WordPress bloggen, nicht gegen. Das ist aktuell das Argument für das jetzige Theme. Momentan fühlt sich das nach Best-of-all-worlds an, aber mal sehen, was mir im Frühjar in den Sinn kommt.
1: Ja, von wegen, die Einzelbilder haben alle unterschiedliche und zum Teil keine Abstände, wazefack, das musste über CSS gefixt werden.
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