Linux klingt auch viel wärmer

Ich habe spa­ßes­hal­ber Tuxe­do auf mei­nem Desk­top instal­liert.

Bild­be­ar­bei­tung und Musik­pro­duk­ti­on mache ich ja nicht mehr. Mei­ne Demos neh­me ich mit dem USB-Mikro am Smart­phone auf und sogar mei­ne NEF-Datei­en las­se ich von Snap­seed mit Android in JPG umwan­deln. Fed­dich.

Mit Linux rum­zu­spie­len habe ich bis­her ver­wor­fen, weil der zwei­te Tref­fer zu „Focus­ri­te Linux“ (Focus­ri­te ist mein Sound-Inter­face) in Goog­le die­ser hier ist.

Kei­nes unse­rer Pro­duk­te wird für den Ein­satz unter Linux unter­stützt.

Unse­re USB-Pro­duk­te (Scar­letts und Cla­rett USB) sind klas­sen­kon­for­me USB-Gerä­te und kön­nen in einem Linux-basier­ten Set­up funk­tio­nie­ren, das die­se Gerä­te­klas­se unter­stützt. Dafür bie­ten wir kei­ne Unter­stüt­zung an und kön­nen die Leis­tung, die Sie mög­li­cher­wei­se erle­ben, nicht über­prü­fen.

Das klingt abschre­ckend. Der ers­te Tref­fer ist jedoch: Linux ist die bes­te Platt­form, um Focus­ri­te zu nut­zen.

Focus­ri­te funk­tio­niert tat­säch­lich her­vor­ra­gend unter Linux, und mit Auda­ci­ty erzeugt es zwei getrenn­te Mono­spu­ren für die bei­den Ein­gän­ge Gitar­re und Gesang, mehr will ich gar nicht. Ich brau­che nur tro­cke­ne, sau­be­re Demos und die bekom­me ich.

Jetzt kommt der Knül­ler: Musik klingt so viel bes­ser. Ich woll­te mei­nen Ohren nicht trau­en und stöp­sel­te zwi­schen Win­dows und Linux hin und her. Der Unter­schied ist gigan­tisch. Die Musik klingt unan­ge­streng mit viel mehr Volu­men und Tie­fe.

Ich habe noch­mal mit CD auf mei­nem NAD-Play­er ver­gli­chen und der klingt natür­lich am bes­ten. Danach kommt Tidal auf Tuxe­do mit Focus­ri­te. Fan­tas­ti­scher Klang.

Es sind ja nicht die Datei­en, es ist der Digi­tal-Ana­log-Wand­ler (DAC), der den Unter­schied aus­macht und der ist in einem ordent­li­chen CD-Play­er groß­ar­tig.

Focus­ri­te ist zwar für Auf­nah­men opti­miert, aber zum Abspie­len trotz­dem um Län­gen bes­ser als Stan­dard-Sound­cards.

Und bei Linux geht der Klang direkt an die Hard­ware, bei Win­dows wird zu viel zwi­schen­ge­rech­net. Linux erlaubt durch ALSA und Pipe­Wire einen bit-per­fek­ten Audi­o­pfad, der den sys­tem­ei­ge­nen Mixer umgeht. Das wirkt sich auch auf die Latenz­zeit aus, wenn man mal zeit­ver­setzt Mehr­spur­auf­nah­men ana­log auf­neh­men will. Den Unter­schied hört man deut­lich.

2 Kommentare zu „Linux klingt auch viel wärmer"

  1. Ich bin ja ein Mega-Dilet­tant was Klang angeht, und hät­te die Ein­sicht aus dem Arti­kel jetzt auch nicht erwar­tet, aaaber … wenn ich mich im Freun­des­kreis umschau­en, dann sind viel, die seee­ehr gro­ßen Wert auf Klang legen in der Tat nicht nur Ner­da, son­dern ver­mut­lich die Mehr­heit auch Linux­men­schen. Ver­blüf­fend.

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert