Vor vier Jahren schrieb ich diesen Beitrag. Die Pandemie hatte mein Leben verändert und bestimmt.
Das Wort „Sinn“ geht auf „Reisen, sich begeben“ (sinnan) zurück. Es gibt Momente, da schaue ich mich um und korrigiere eventuell meinen Schritt und meine Ausrichtung.
Die letzten vierzehn Tage war eine echte Belastung für mich und ich schleppte Gedanken mit mir rum, über die ich mich selbst ärgerte. Ich ging also mit Ärger und Stress in die besinnliche Zeit. Reingefressener Ärger, aufgestauter Stress. Ich bekam einen Tinnitus und extreme Nackenverspannungen. Musikalisch lässt sich das ziemlich genau so beschreiben. So klang dann auch die Musik, die ich in der Zeit gehört habe. Man nennt diesen Prozess Matching: Die Musik spiegelt die Intensität des physiologischen Zustands (erhöhter Puls, Anspannung, vielleicht Kortisol im System), statt gegen ihn zu arbeiten. Musikpsychologie kennt das als „Iso-Prinzip“. Die Musik gibt dem Stress einen Sinn, einen ästhetischen Zusammenhang.
Der Tinnitus ist etwas zurückgegangen, den Nacken bearbeite ich mit verschiedenen Methoden und mit der Frau habe ich darüber gesprochen. Ein „So ist das halt“ bringt mir nichts und stimmt auch nicht, denn ich könnte genau so sagen „Dann macht ihr es bitte ohne mich, ich muss das hier nicht tun“. Grenzen setzen war mein Thema letztes Jahr, jetzt will ich wieder meinen Weg finden. Das macht Sinn.
Und Meditieren habe ich jetzt doch angefangen. Vor dem Yoga.
So ist das jedenfalls kein Leben, sich immer daran auszurichten, dass es einem gut geht, denn wenn das kurzzeitig wegbricht, fällt man in ein tiefes Loch. Der Körper richtet sich danach aus, also muss man den Körper mehr am Leben allgemein ausrichten.