Neujahr

Es macht einen Unter­schied, ob der 1.1. ist oder der, zum Bei­spiel, 5. Mai. Es fühlt sich anders an.

Wir haben Sil­ves­ter zum ers­ten Mal nach zwan­zig Jah­ren nicht mit Kin­dern und Freun­den zuhau­se gefei­ert, son­dern hat­ten Kar­ten für eine Sil­ves­ter­par­ty mit drei Flo­ors, Haupt­saal Four-to-the-Flo­or, House und Tech­no. Wir haben alte Freun­de dort getrof­fen und es war ein sehr net­ter Abend, und ich merk­te wie­der, war­um ich mein Herz in Hei­del­berg ver­lo­ren habe.

Kei­ne Erwar­tun­gen haben ist ein gutes Rezept.

Vor­her waren wir Raclette bei einer Freun­din essen. Wir spra­chen über Dank­bar­keit. Den Gedan­ken habe ich mit­ge­nom­men und an nächs­ten Tag für mich zu Ende gedacht. „Dank­bar sein“ braucht ein Gegen­über, sonst ist es „froh sein“. Somit kam ich zum Wu wei des Tao­is­mus, und da ich eigent­lich in 2026 medi­tie­ren woll­te, aber eigent­lich kei­ne rich­ti­ge Lust habe, griff ich den Gedan­ken auf und beschäf­ti­ge mich jeden Tag ein paar Minu­ten mit dem Tao­is­mus, der mich seit spä­ter Jugend beglei­tet.

Kei­ne Erwar­tun­gen haben ist ein gutes Rezept. Das konn­te ich frü­her mal bes­ser. Das kann ich wie­der auf­grei­fen. Nicht-Han­deln. Das bedeu­tet nicht Nichts­tun oder kei­ne Ver­ant­wor­tung über­neh­men.

In unse­rem Gespräch ging es auch um Klug­heit und auch da waren wir uns unseins. Und ich merk­te, dass es ganz gut ist, mich mit mei­nen Gedan­ken zurück­zu­zie­hen und ich mich nicht über alles aus­tau­schen muss. Ich hat­te bloß wis­sen wol­len, ob jemand Vor­sät­ze für 2026 hat.

Ich wer­de 2026 ver­su­chen zurück­hal­ten­der sein, mich mehr auf mich selbst zu kon­zen­trie­ren, was kei­nes­wegs sozi­al iso­lie­ren bedeu­tet.

Die älte­re Toch­ter hat in ihrer Stadt gefei­ert, die jün­ge­re ist nach Köln gefah­ren und hat mit Freun­den gefei­ert (Kind zieh dich warm an, hast du genug zu Essen, trin­ken, Müt­ze, Schal, Hand­schu­he, Stul­pen, nur eine Bre­zel, davon wirst du doch nicht satt).

Neu ist auch unser Induk­ti­ons­herd. Nach zwan­zig Jah­ren haben wir kei­nen Gas­herd mehr. Kei­ne Pro­pan­gas­fla­schen mehr kau­fen müs­sen.

Die Kin­der haben ihre Zim­mer getauscht, für mich ist ein Regal abge­fal­len und vie­les wur­de weg­ge­wor­fen und auf­ge­räumt.

Das Jahr fühlt sich aus vie­len Grün­den sehr neu an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert