Buffy

Das war mein drit­ter Anlauf, nach­dem ich die ers­te Staf­fel vor zehn Jah­ren auf DVD ange­fan­gen habe. Ich fand die tech­ni­sche Qua­li­tät so unter­ir­disch, dass ich nur wenig Freu­de dar­an hat­te. Und ich konn­te auch mit der Zeit nicht viel anfan­gen, Mode, Musik und Kör­pe­ridea­le, das alles war mir ein­fach zu fern bzw. ich war zu alt dafür. Mei­ne Zeit war eine ande­re.

Weih­nach­ten bei den Eltern habe ich mit der Toch­ter zusam­men ange­fan­gen und dann hat es uns doch gepackt. Wenn ich von dem Drum­her­um abse­he, konn­te ich doch den Cha­rak­te­ren und dem Witz viel abge­win­nen. Mit der Figur Buffy konn­te ich am wenigs­ten anfan­gen, als Slay­er ja, aber in ihren Bezie­hun­gen ziem­lich ner­vig, das nimmt gegen Ende zu und ist sicher auch beab­sich­tigt. Aber dann kom­men ja noch die ande­ren ins Spiel und ihre Bezie­hun­gen zuein­an­der und das Gan­ze gewinnt an Dyna­mik und kommt dann auch so rich­tig ins Rol­len. Und es gibt rich­tig tol­le Figu­ren, Bezie­hun­gen und Geschich­ten.

Irgend­wann ist man mit­ten­drin im Buff­y­ver­se.

Ner­vig bleibt das absurd dür­re Kör­pe­ride­al und deren Beto­nung durch die Klei­dung. Nur Tara kommt eini­ger­ma­ßen nor­mal rüber (ich weiß, dass „nor­mal“ nicht defi­niert wer­den kann, aber wenn Extre­me über­schrit­ten wer­den, weiß man es eben intui­tiv doch). Über­haupt ist das Ver­hält­nis zum Kör­per, Kör­per­li­chen und Sex irgend­wie sehr merk­wür­dig. Das wirkt alles so der­ma­ßen künst­lich, insze­niert und per­formt. Zum einen wil­der Sex, zum ande­ren „Eeeew“, zum einen Kör­per über­mä­ßig beto­nen und dann mit Schu­hen und BH ins Bett. Sel­ten wirk­te Sex so unse­xy. Aber ich glau­be, auch da bin ich eher ein Kind der 60er, 70er, 80er. Ich füh­re das hier jetzt nicht aus, aber wenn man sich ein­fach mal CK One Wer­bung von 1994 ansieht, weiß man, was ich mei­ne.

Aber wie gesagt, was Witz und Ein­falls­reich­tum angeht, ist das defi­ni­tiv eine mei­ner Lieb­lings­se­ri­en. Und sie hat phä­no­me­na­le zu Trä­nen rüh­ren­de erns­te Ele­men­te. In der Qua­li­tät der Beschrei­bung und Dar­stel­lung von Bezie­hun­gen eine ganz außer­ge­wöhn­lich gute Serie. Die Band­brei­te von Gefüh­len, gran­dio­sen Wit­zen ist enorm. Sie bie­tet eine rie­si­ge Band­brei­te an Iden­ti­fi­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten ohne dabei mora­lisch oder beleh­rend oder sonst­wie unan­ge­nehm rüber zu kom­men.

Und am 12.10. kommt „Slay­ers: A Buff­y­ver­se Sto­ry“ bei Audi­ble raus.

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