Martin

Musik im Oktober

Die Lis­te aus dem Jahr 1993 geht mir immer noch nach. Nicht nur die Lis­te, son­dern eben auch, wie inten­siv ich die Ereig­nis­se in mei­nem Leben wahr­ge­nom­men habe. Ich habe den Ver­lust der inten­si­ven Wahr­neh­mung schon lan­ge bemerkt. Einer­seits hat es den Vor­teil, dass ich nicht stän­dig über­wäl­tigt bin, ande­rer­seits ist das Leben dadurch weni­ger far­ben­froh und oft erle­be ich tol­le Ereig­nis­se nicht mit der Inten­si­tät, wie ich es mir wün­schen wür­de. Dem­entspre­chend kann ich vie­le Ereig­nis­se dadurch auch nicht zeit­lich ein­ord­nen, was sehr unbe­frie­di­gend ist, weil das Leben sich nur noch anfühlt, wie eine gro­ße, waber­ne Wol­ke ohne Struk­tur.

Musik hat mein Leben immer beglei­tet und ich kann anhand der Musik Erleb­nis­se sowohl nach­emp­fin­den als auch zeit­lich ein­ord­nen.

Jetzt ist Musik ein­fach immer da. Und die letz­ten Jah­re habe ich immer nur ihren tän­ze­ri­schen Wert betrach­tet und dem­entspre­chend Musik gehört. Das ist für den Moment des Tan­zens groß­ar­tig und gera­de­zu eupho­risch, aber Tanz ver­geht wie ein Rausch. Der Vor­teil dabei ist, dass man hin­ter­her kei­nen dicken Kopf hat, son­dern kör­per­lich fit­ter ist als vor­her.

Mir ist über die Jah­re Musik als struk­tu­ri­en­des Ele­ment abhan­den gekom­men und eben auch die unter­schied­li­chen Gefüh­le, die ich mit Musik ver­bin­den kann.

Ich wür­de ger­ne wie­der mehr mit Musik ver­bin­den und mit ihr die Zeit fül­len, die Momen­te bele­ben, des­halb habe ein biss­chen bei Band­camp gestö­bert und mir ein paar Alben gekauft bzw. für spä­ter gespei­chert und in eine Play­list gela­den.

Das ist mei­ne aktu­el­le Lis­te, die die­sen Herbst beglei­ten wird.

Musik als Lebens­ge­fühl.

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