Martin

Have fun

Ich wur­de gefragt, ob der Auf­tritt Spaß gemacht hat. Ich über­leg­te lan­ge, ob ein Ja oder ein Nein bes­ser passt. Weder noch, dach­te ich bei mir und ver­such­te Wor­te zu fin­den.

Dabei habe ich mir vor jedem Auf­tritt hin­ter dem Vor­hang gesagt: Hab Spaß. Man ist ja doch sehr ange­spannt und kon­zen­triert und am Ende soll Tan­zen Spaß machen. Spaß ist aber ein unzu­rei­chen­der Aus­druck, es gibt Tän­ze, die tat­säch­lich Spaß machen, aber die meis­ten machen Freu­de und man­che wecken ganz ande­re Gefüh­le, Erfül­lung oder Erha­ben­heit oder Gebor­gen­heit oder Stolz.

Mir fällt es sogar schwer, das, was ich mache, Tan­zen zu nen­nen. Ich sage, ich gehe ins Trai­ning oder in den Unter­richt oder ins Modern oder ins Bal­lett. Swing war Tan­zen, das Spaß macht. Das ist das, wor­auf es ankommt. Im zeit­ge­nös­si­schen Tanz und Bal­lett lernt man Tech­ni­ken, Sti­le und betreibt mehr oder weni­ger Kör­per­ar­beit. Von Yoga wür­de ich nie sagen, dass es Spaß macht. Man wür­de kei­nen Yoga-Meis­ter fra­ge, ob Yoga Spaß macht. Es ist etwas Erns­tes, das Freu­de berei­tet und noch viel mehr.

Ab und zu sage ich mir tat­säch­lich, dass ich mehr Humor oder Spaß möch­te, aber das pas­siert pha­sen­wei­se oder für Momen­te. Eine schnel­le und effek­ti­ve Tech­nik, um dem Ernst nicht all zu viel Raum zu geben, der schnell in Trüb­sal, Schwe­re und Star­re umschla­gen kann.

Jetzt weiß ich, was ich auf die Fra­ge hät­te ant­wor­ten sol­len: „bes­ser“.