Es klingt ja immer ein bisschen komisch, wenn jemand sagt: Ballett ist mein Leben, oder: Alles, was ich über das Leben gelernt habe, habe ich im Ballett gelernt. Das ist zum einen überzogen und doch ist da etwas Wahres dran, so wie ich ja auch der Meinung bin, dass man alles über das Leben gelernt hat, wenn man alle Staffeln The Simpsons gesehen hat.
Ballett hat mein Leben verändern, mich, meinen Körper, mein Körperbewusstsein, meine Einstellung zum Leben, meine Haltung, meine Konzentration, Koordination, Balance, Disziplin, die Wahrnehmung des Raumes um mich herum, es hat etwas ins Lot gebracht. Rhythmus und Melodie sind die Formen, in denen ich schon immer gedanklich durch das Leben gegangen bin, nur habe ich sie nie mit meinem Körper umgesetzt. Man hat herausgefunden, dass Muskelbewegungen nach rhythmischen Mustern ablaufen, eine Einzelbewegung setzt sich aus kleinen rhythmischen Mustern zusammen. Rhythm is it.
Ich arbeite schon länger daran, mein Leben zu verändern und das Tanzen hat einen ganz wesentlichen Anteil daran. Was ich nie gedacht hätte: Ballett weiß das alles, im Ballett steckt so viel Wissen über den Körper, dass ich immer wieder überrascht bin. In Black Swan ist das ja schon angedeutet.
Für Menschen, die voller Energie sind, musikalisch und leidenschaftlich sind, ist es genau das Richtige. Und ich behaupte ja, das jeder Mensch das ist.

Am Anfang habe habe Ballett benutzt, um technisch irgendwo hin zu kommen, jetzt hilft es mir in einer Phase, in der ich mir selbst den Boden unter den Füßen wegziehe, Halt zu bekommen, die Balance zu halten und zu wissen, in welche Richtungen ich mich bewegen will.
Plié und Sprung und die Gewissheit haben, dass man sicher wieder landet.